EZB-Rat möchte den 500-Euro-Schein abschaffen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.02.2016

Der 500-Euro-Schein könnte bald abgeschafft werden. Der EZB-Rat, bei dem die Entscheidung in dieser Frage liegt, hat eine entsprechende Absichtserklärung verfasst und lässt aktuell Möglichkeiten für die technische Umsetzung der Abschaffung prüfen. Eine endgültige Entscheidung soll allerdings erst in einigen Monaten fallen.

Der EZB-Rat plant, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. In der aktuellen Diskussion über eine Abschaffung des Scheins mit dem Zweck der Betrugsbekämpfung hatte sich die Europäische Zentralbank (EZB) bislang nicht geäußert. Wie der „Spiegel“ berichtet, hat der Rat als oberstes Beschlussorgan der EZB kürzlich aber eine Absichtserklärung getroffen, die die Abschaffung der größten Euro-Banknote vorsieht.

EZB-Rat lässt Umsetzung der Abschaffung prüfen

Die endgültige Entscheidung soll zwar erst in einigen Monaten verkündet werden, die Absichtserklärung ist aber bereits ein deutlicher Hinweis darauf, dass der EZB-Rat sie für sinnvoll hält. Das aus 25 Mitgliedern bestehende Gremium hat vorerst den Banknotenausschuss mit der Klärung einiger technischer Fragen beauftragt: In den nächsten zwei bis drei Monaten soll der Ausschuss überprüfen, wie der 500-Euro-Schein am besten aus dem Verkehr gezogen werden könnte. Der EZB-Rat will dann die finale Entscheidung treffen. Dabei ist eine einfache Mehrheit innerhalb des Gremiums für die Abschaffung ausreichend. Der EZB-Rat besteht aus den sechs Mitgliedern des EZB-Direktoriums und den 19 nationalen Notenbankchefs der Eurozone.

500-Euro-Schein wird oft von Kriminellen genutzt

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, erklärte EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Wirtschaftsausschuss der Europäischen Parlaments, dass der 500-Euro-Schein häufig als Instrument für kriminelle Aktivitäten dient. Dass die höchste Banknote tatsächlich abgeschafft werden soll, wollte er jedoch nicht bestätigen. Draghi betonte auch, dass eine Abschaffung des Scheins unabhängig von einer Begrenzung bei Barzahlungen oder Abschaffung des Bargelds an sich sei.

Nur drei Prozent der Banknoten sind 500-Euro-Scheine, allerdings machen sie in ihrem Wert 28 Prozent des Euro-Bargelds aus. Laut EZB-Statistik befinden sich aktuell über 600 Millionen dieser Exemplare im Umlauf und erreichen einen Wert von rund 300 Milliarden Euro. Der Schein war unter anderem auf Drängen Deutschlands geschaffen worden, weil es dort vor der Euro-Einführung eine 1000-D-Mark-Banknote gegeben hatte.

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