Fahrverbote: ADAC rät vom Diesel-Kauf ab

Zuletzt aktualisiert am 30.06.2017

Die Diesel-Debatte hält sich bereits seit langem in den Schlagzeilen und nun wird die Luft für Dieselautos noch dünner. Städte wie Stuttgart, München oder Hamburg diskutieren derzeit Fahrverbote, um die Abgasbelastung einzudämmen. Zuspruch kommt jetzt von Seiten des ADAC. Der Automobilclub rät vom Kauf der Dieselwagen ab, bis voraussichtlich Herbst Modelle mit neuen Standards auf den Markt kommen.

In Städten wie Hamburg, München oder Stuttgart wird derzeit ein Fahrverbot für Diesel-Autos diskutiert, um schädliche Abgase in der Luft zu verringern. Die wird derweil ziemlich dünn für Dieselautos, die es seit langem nicht mehr aus den Negativschlagzeilen schaffen. Bis voraussichtlich im Herbst Modelle mit neuen Standards auf den Markt kommen, rät nun auch der Automobilclub ADAC vom Kauf ab.

Diesel-Käufe abwarten

Die Debatte um Fahrverbote, Nachrüstung und Dieselskandale ist im vollen Gang und nun rät auch Europas größter Automobilclub dazu, den Kauf zurückzustellen.

ADAC-Vize Ulrich Klaus Becker sagte im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Unsere Empfehlung ist, mit einem Neuwagenkauf eventuell noch zu warten, bis im Herbst Modelle mit dem Standard Euro 6D auf den Markt kommen“. Fahrzeuge, die dieser neuen Abgasnorm angehören, müssen sich ab September dieses Jahrs sehr viel strengeren Tests auf deutschen Straßen stellen.

Angesichts der laufenden Diesel-Debatte und dem drohenden Preisverfall seien Autokäufer verunsichert: „Uns erreichen täglich hunderte, manchmal tausende Anfragen von Mitgliedern, wie man sich jetzt am besten verhalten sollte“, heißt es von Vizepräsident Becker. „Wer sich vor ein, zwei Jahren ein Auto gekauft hat, spürt jetzt schon Einbußen.“ Wenn sich die Hersteller zur Nachbesserung der in Verruf geratenen Wagen bereiterklären, so würde der Automobilclub eine verbindliche Garantie für seine knapp 20 Millionen Mitglieder verlangen.

Diesel in der Krise

Bereits seit Monaten sinkt der Dieselanteil bei den Neuzulassungen, da die Autos mit Selbstzünder durch aufgedeckte Manipulationen und geschönte Werte immer mehr in die Kritik geraten. Die Empfehlung des ADAC, den Kauf von Dieselautos bis auf Weiteres zu verschieben, dürfte die Käufe aus Expertensicht noch weiter in den Keller sacken lassen, denn die Meinung des Verkehrsclubs hätte in Deutschland große Bedeutung.

Die Bundesregierung und die Hersteller arbeiten derweil an einer bundesweiten Lösung, um den Ausstoß des schädlichen Stickoxids zu mindern. So kursiert unter anderem die Idee, Dieselautos mit älteren Motoren als etwa Schadstoffklassen der Euro-5-Norm die Einfahrt in Städte zu verbieten. Die hohen Werte an Feinstaub und Stickoxid belasten besonders die Gesundheit von Stadtbewohnern.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Konsumklima bessert sich: Die wirtschaftliche Entwicklung versetzt Verbraucher auch im Juni in gute Kauflaune. Besonders die Einkommenserwartung peilt einen Rekord an.
  • Staatschulden sinken: Die wirtschaftliche Entwicklung hat auch auf Deutschlands öffentliche Schulden einen positiven Effekt. Erstmals seit Jahren sinken diesen unter die 2-Billionen-Marke.
  • Ölpreise legen zu: Im frühen Handel stiegen die Ölpreise weiter an. Den Preis von 47,5 US-Dollar pro Barrel bekommen Verbraucher an Zapfsäulen und der Energierechnung zu spüren.

Quellen: Handelsblatt, Spiegel

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