Fahrzeugfinanzierung vom Händler mit Tücken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.12.2016

Man könnte meinen, die großen Autobauer sind im Nebenberuf auch noch Finanzdienstleister – schließlich bietet so gut wie jeder Finanzierungsmodelle für seine Fahrzeuge. Ganz falsch ist dieser Eindruck nicht: Viele Automobilhersteller betreiben inzwischen eigene Banken. Das bedeutet allerdings nicht, dass Verbraucher im Autohaus auch eine sachkundige Beratung zu Fahrzeugfinanzierung erhalten, warnt Stiftung Warentest.

Um Verbraucher vom Kauf eines neuen Autos zu überzeugen, bieten die großen Autobauer auch gleich eine passende Fahrzeugfinanzierung mit an. Stiftung Warentest weist in einem aktuellen Vergleich solcher Händlerfinanzierungen allerdings darauf hin, dass es dabei einige Fallstricke zu beachten gilt. In manchen Fällen kann ein herkömmlicher Ratenkredit zur Fahrzeugfinanzierung die bessere Wahl sein.

Autohändler sind keine Kreditberater

Bevor sich Verbraucher für ein vom Händler angebotenes Finanzierungsmodell entscheiden, sollten sie unbedingt kalkulieren, welche monatlichen Ausgaben für das Auto mit ihrem Budget möglich sind – so der Rat der Warentester. Eine sachkundige Kreditberatung sei nämlich von Autohändlern nicht in jedem Fall zu erwarten. Autokäufer, die sich eine solche Kalkulation nicht zutrauen, sind mit einem Autokredit von einer Bank, die vor der Kreditvergabe eine Haushaltsrechnung aufstellt und entsprechende Beratung bietet, möglicherweise besser bedient.

Da bei dieser Art der Fahrzeugfinanzierung das neue Auto der Bank als Sicherheit dient, lassen sich auch oftmals günstige Konditionen aushandeln. Bedingung ist dabei allerdings häufig, dass die Zulassungsbescheinigung II, früher Fahrzeugbrief genannt, bei der Bank hinterlegt wird. Anders ist die Situation bei der Fahrzeugfinanzierung über einen herkömmlichen Ratenkredit. Hier behält der Käufer den Fahrzeugbrief – das Auto gehört ihm also von Anfang an komplett. Das bietet den Vorteil, dass es auch während der Kreditlaufzeit wieder verkauft werden kann.

Drei-Wege-Finanzierung: Finanzierungsmodell der Händler mit Tücken

Ein beliebtes Finanzierungsmodell bei Autohändlern ist die sogenannte Drei-Wege-Finanzierung. Sie richtet sich vor allem an unentschlossene Käufer, die nicht sicher sind, ob sie das Fahrzeug wirklich langfristig fahren wollen. Dabei wird zunächst ein Teil des Kaufpreises über drei oder vier Jahre in monatlichen Raten abgezahlt. Am Ende der Laufzeit hat der Käufer drei Optionen:

  1. eine vergleichsweise hohe Schlussrate zu zahlen,
  2. die Fahrzeugfinanzierung zu verlängern, bis der gesamte Kaufpreis abbezahlt ist,
  3. das Fahrzeug an den Händler zurückzugeben.

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass dieses Finanzierungsmodell nur dann günstig sei, wenn sichergestellt ist, dass zum Laufzeitende genug Geld da ist, um die Schlussrate zu zahlen – beispielsweise, wenn zu diesem Zeitpunkt angelegtes Festgeld fällig wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich bei einer weiteren Finanzierung die Konditionen verschlechtern. Auch wenn zur Zahlung der Schlussrate ein Kredit bei der Bank aufgenommen wird, entstehen zusätzliche Kosten.

Angebote zur Fahrzeugfinanzierung besser schriftlich

Um bei der Fahrzeugfinanzierung auf der sicheren Seite zu sein, rät die Verbraucherschutzorganisation Autokäufern, sich das Angebot des Händlers schriftlich geben zu lassen. Darin müssen vorgeschriebene Angaben wie der Kreditbetrag, der effektive Jahreszins, die Gesamtzinslast, die monatliche Ratenhöhe und die Höhe der Anzahlung enthalten sein. Zudem sollten ins Finanzierungsangebot auch Fahrzeugpreis, Sonderausstattung, Überführungskosten und Mehrwertsteuer aufgenommen werden, rät Stiftung Warentest.

Quelle: Stiftung Warentest

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