Fast jede zweite Rente liegt unter 800 Euro

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2018

Wer in Deutschland in Rente geht, dem droht in vielen Fällen die Altersarmut. Denn einem Medienbericht zufolge liegt jede zweite Rente unter einem Betrag von 800 Euro pro Monat. Dies berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, wobei sie sich auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken beriefen.

Laut der Antwort des Ministeriums sind es rund 8,6 Millionen Rentner, die Ende 2016 eine Rente unter 800 Euro pro Monat erhalten haben. Das entspricht einem Anteil von 48 Prozent. Dabei betonte das Ministerium allerdings, dass die Rentenhöhe als solche nur eingeschränkte Hinweise auf das wirkliche Einkommen liefere. Denn weitere Einkommen wie etwa das anderer Haushaltsmitglieder würden in die Berechnungen nicht einfließen.

Beunruhigende Lage

Rentenexpertin Sabine Zimmermann (Linke) sieht die Lage deutlich angespannter als das Ministerium: „Die Zahlen zeigen, dass schon heute ein großer Teil gesetzliche Rentenbezüge unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle und sogar unter der Grundsicherungsschwelle erhält.“ Bisher ist der Anteil der Über-65-Jährigen, der von Armut betroffen ist, allerdings noch recht gering. Das gilt umso mehr, wenn hierfür die Grundsicherung als Maßstab herangezogen wird. Lediglich 3,0 Prozent der Über-65-Jährigen beziehen die sogenannte Grundsicherung, die bezüglich der Höhe mit Hartz IV vergleichbar ist. Sie deckt lediglich das Existenzminimum ab. Zum Vergleich: Die Quote der Hartz-IV-Bezieher ist bei den Unter-65-Jährigen mit 9,3 Prozent deutlich höher.

Private Vorsorge kann helfen

Bisher gibt es noch keine politische Lösung für die Altersarmut, auch wenn alle Parteien Rentenkonzepte entwickeln. Abhilfe schafft bisher nur die zusätzliche private Altersvorsorge. So können Bürgerinnen und Bürger beispielsweise über Riester- oder Rürup-Konzepte ihre gesetzliche Rente aufstocken. Auch betriebliche Rentenzahlungen als dritte Säule der Altersvorsorge können vor der Altersarmut schützen.

Quelle: Spiegel

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