Fast jeder Fünfte hat kein Geld für Urlaub

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.07.2017

Sommer, Sonne und die Seele baumeln lassen - für viele Deutsche geht es gerade in den heißersehnten Jahresurlaub. Nach Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat ist jedoch selbst ein einwöchiger Trip für fast 20 Prozent der Bevölkerung unerschwinglich. Zwar schneidet Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Staaten noch recht moderat ab, doch sehen einige Politiker die Zahlen als „Ausdruck der Armut“.

Während es viele Deutsche für den lang ersehnten Urlaub grade in die Sonne oder ins Grüne zieht, bleiben kurze Reisen für fast jeden fünften Deutschen ohne Urlaubskredit unerschwinglich. Fast 20 Prozent der Bevölkerung können sich laut Zahlen des Europäischen Statistikamtes Eurostat nicht mal einen einwöchigen Urlaub leisten. Für viele Politiker markieren diese Zahlen ein „Zeichen der Armut“. Im direkten Vergleich zu anderen EU-Ländern schneidet Deutschland mit den Zahlen jedoch noch recht gut ab.

Bei vielen keine Urlaubsstimmung

Im vergangenen Jahr war es trotz vieler Sparmöglichkeiten 19,2 Prozent der Menschen in Deutschland nicht möglich, einen mindestens einwöchigen Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen. Das berichtet jetzt die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf neueste Daten des Statistikamtes Eurostat. Während sich hierzulande somit fast jeder Fünfte keinen Urlaub leisten kann, läge die Zahl unter den Alleinerziehenden noch weit höher. Mit 39,6 Prozent muss deutlich mehr als ein Drittel von ihnen auch ohne Reise über das Jahr kommen. Bei Haushalten, die mit Kindern in den Urlaub wollen, sind es 19,9 Prozent. 

Druck kommt derweil beispielsweise von der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann. Diese hatte die Zahlen angefordert und verweist jetzt besonders auf Kinder, für die der Verzicht in der Ferienzeit schwierig ist. „Nicht verreisen zu können, ist auch Ausdruck von Armut, die endlich wirksam bekämpft werden muss", sagte Zimmermann und fordert Mindestlöhne von zwölf Euro sowie eine Abschaffung der „systematischen Niedriglohnbeschäftigung“, zum Beispiel in Form von Leiharbeit.

Verbesserung und Vergleich

So schlecht die Urlaubstimmung damit für den Einzelnen sei, zeigen die Eurostat-Zahlen dennoch eine deutliche Verbesserung über die vergangenen Jahre. Mit 19,2 Prozent lag der Wert beispielsweise sehr viel niedriger als noch 2006. Damals konnte mit 34,7 Prozent ein gutes Drittel der Deutschen keine Urlaubsreise finanzieren. Auch im direkten EU-Vergleich schneidet die Bundesrepublik nicht schlecht ab. Der Durchschnittswert, bezogen auf die allgemeine Rate der Personen ohne Chance auf einwöchige Reisen, lag in den letzten Jahren zwischen 34 und knappen 40 Prozent.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Schäuble erwartet Besserung: Das Wachstum in der Euro-Zone fällt stärker aus als prognostiziert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erwartet deshalb, dass sich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank normalisieren wird.
  • DAX gibt weiter nach: Nach einem kurzen Erholungsversuch ist der deutsche Leitindex erneut auf dem Rückzug. Im frühen Handel am Dienstag fiel der DAX auf 12.442,69 Punkte.

Quellen: Spiegel, Saarbrücker-Zeitung

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