Finanzministerium rechnet mit Steuerflut

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.05.2017

Nach Berechnungen des Finanzministeriums erwartet Bund, Länder und Gemeinden bis 2020 ein wahrer Geldsegen. Dank der stabilen Wirtschaftsentwicklung wird der Fiskus Fachleuten zufolge in den kommenden Jahren mehr Steuern einnehmen als bisher vermutet. Während das Finanzministerium mit 55 Milliarden Euro mehr Einnahmen rechnet, führt der lauter werdende Ruf nach Steuersenkungen in Erklärungsnot.

Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich weiter robust und beschert Gemeinden, Ländern und dem Bund nach Berechnungen des Finanzministeriums eine kräftige Steuerflut. Fachleuten zufolge kann der Fiskus im Zeitraum bis 2020 mit 55 Milliarden Euro mehr Einnahmen aus Steuern rechnen als bisher angenommen. Dem Geldsegen stehen jedoch die Forderungen nach Steuersenkungen entgegen.

Weiter Aufwärtstrend bei Steuereinnahmen?

Vor wenigen Monaten hatten Experten erstmals seit langer Zeit die rosigen Prognosen der Steuerschätzungen nach unten korrigiert. Nun rechnet das Finanzministerium im Vergleich zu den Annahmen im November mit einem deutlichen Steuerplus von 55 Milliarden Euro. Davon sollen Bund, Länder und Gemeinden bis ins Jahr 2020 profitieren. Insgesamt werden in diesem Jahr 10,5 Milliarden Euro mehr erwartet als bislang vorausgesagt, und die Experten rechnen mit einem Anstieg der Einnahmen auf 735 Milliarden Euro. Im Laufe der Woche soll aus den vorläufigen Zahlen eine vollständige Prognose werden, die am Donnerstag von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgestellt wird.

Zwiespalt von Prognosen und Senkungen

Im Jahr 2018 sollen die Einnahmen 10,2 Milliarden Euro höher als in den Schätzungen bei 762 Milliarden liegen. Im darauffolgenden Jahr sagen die Experten Einkünfte von 795 Milliarden Euro voraus, die damit weitere 16 Milliarden höher ausfallen würden als angenommen. Schließlich wird für 2020 eine Summe von 825 Milliarden Euro erwartet, welche die Bewertung im Herbst um nochmals 18,3 Milliarden überträfe. Die absehbaren Mehreinkünfte für den Fiskus treffen zum Teil auf wenig Gegenliebe, Forderungen nach Steuersenkungen werden laut. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) hält das Zeitfenster ideal für Steuerreformen, die überproportionale Rekordeinnahmen des Staates zugunsten von Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen abschafft. Gegenstimmen wie die von Anton Hofreiter, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, plädieren für mehr Investitionen. 

Den Experten der neuen Prognose zufolge profitieren Länder und Gemeinden stärker von den Mehreinnahmen als der Bund. Der Grund dafür liege in Steuersenkungen und Bundeshilfen für Integrationsleistungen. Auch die diagnostizierten Rekordjahre 2019 und 2020 bringen dem Bund nur wenig ein, während gut fünf Milliarden Euro mehr in Gemeinden und Länder fließen als noch im November vermutet. Alle Prognosen sind jedoch nur nach geltendem Recht getroffen. Nach der Bundestagswahl im September könnten die Karten für Steuerzahler neu gemischt werden, was sich positiv auf ihre Steuererklärungen auswirken könnte.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Dax nach Frankreichwahl: Macron übernimmt als Europa-Befürworter das französische Ruder. Die Wahl brachte erleichterte Anleger und einen Aktienindex auf zeitweiligem Höchststand von 12.762 Punkten.
  • Deutsche Industrie boomt: Die deutsche Industrie konnte im März mehr Aufträge einfahren als noch im Vormonat. Der Wert erhöhte sich um einen Prozentpunkt und damit um 0,3 Prozent mehr als erwartet.
  • Warnung vor Bitcoin: Die Bundesbank warnt vor der digitalen Währung Bitcoin. Während der Kurs im Höhenflug ist, mahnt Bundesbank-Vorstand Thiele davor, Werte in dem ungeeigneten Kryptogeld aufzubewahren.

Quellen: Spiegel, Handelsblatt

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!