Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.09.2016

Online-Betrüger haben offenbar deutsche Steuerzahler als vielversprechende neue Zielgruppe entdeckt. Aktuell tauchen vermehrt Phishing-Mails von vermeintlichen Finanzämtern auf, die die Empfänger zur Preisgabe ihrer Kontodaten bewegen sollen. Auch Existenzgründer und Kleinunternehmen stehen aktuell wieder hoch im Kurs bei Betrügern.

Die Betreffzeile suggeriert dem Empfänger, dass er sich auf eine Steuererstattung freuen kann – stattdessen dürfte er im Endeffekt allerdings eher weniger als mehr Geld auf seinem Girokonto haben. Das Bayerische Landesamt für Steuern warnt vor einer Welle von sogenannten Phishing-Mails, die den Anschein erwecken, als stammten sie vom Fiskus. Als Absender sind beispielsweise „Finanzamt West“ oder „Finanzamt IV“ angegeben.

Kostenpflichtige Steuertipps statt Steuererstattung

In den gefälschten Mails wird dem Empfänger mitgeteilt, dass er Anspruch auf eine Steuererstattung hätte. Um die Auszahlung des Guthabens beim Fiskus zu veranlassen, müsse ein Link in der Mail oder ein angehängtes Formular angeklickt werden. Hier wird der Empfänger dann zur Eingabe persönlicher Daten aufgefordert. Statt Steuererstattung soll es dann allerdings vermögensrelevante Steuertipps vom Fiskus geben – selbstverständlich kostenpflichtig. Letztlich ging es bei allen bisher bekannten Fällen darum, an Login-Daten sowie Kreditkarten- und Kontoinformationen der Empfänger zu gelangen. Derartige Daten fordert die Steuerverwaltung, ebenso wenig wie die Steuernummer, jedoch niemals per E-Mail an, wie der Präsident des bayerischen Landesamtes für Steuern, Roland Jüptner, betont.

Betrüger spekulieren auf Unwissenheit von Existenzgründern

Auch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) warnt aktuell vor einer Betrugsserie. Anders als bei den Phishing-Mails mit der vermeintlichen Steuererstattung, haben es Betrüger hier vor allem auf Existenzgründer abgesehen, die nicht firm in Sachen Steuerrecht sind. In den vorgeblich vom Bundeszentralamt für Steuern oder anderen amtlichen Einrichtungen stammenden Schreiben wird eine kostenpflichtige Registrierung, Erfassung und Veröffentlichung von Umsatzsteuer-Identifikationsnummern (kurz: USt-IdNrn.) angeboten. Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Vergabe von Umsatzsteuer-IDs grundsätzlich kostenlos erfolgt. Eine zusätzliche Registrierung ist nicht erforderlich.

Gefälschte Briefköpfe statt Phishing-Mails für Kleinunternehmen

Eine weitere, seit Jahren verbreitete Betrugsmasche, die ebenfalls auf offiziell wirkende Briefköpfe setzt, ist die kostenpflichtige Aufnahme von Unternehmen in Firmenregister. In den Schreiben, die sich durch Logos, Bundesfarben oder Insignien wie dem Bundesadler einen offiziellen Anstrich geben, wird der Empfänger – in der Regel handelt es sich um Kleinunternehmen – aufgefordert, die angeführten Firmeninformationen durch seine Unterschrift zu bestätigen. Im Kleingedruckten ist allerdings festgehalten, dass der Unterzeichner mit seiner Unterschrift einer kostenpflichtigen Veröffentlichung seiner Unternehmensinformation zustimmt. Die Rechnung folgt meist umgehend.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Steuern

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