Bau von Wohnungen für Flüchtlinge wird unterstützt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.09.2015

Einige Bundesländer vergeben Förderkredite für Bauvorhaben von Wohnungen für Flüchtlinge. Wer die entstandenen Wohnungen für mehrere Jahre zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellt, kann mit einem zinslosen Darlehen rechnen.

In den nächsten Monaten und Jahren werden verstärkt Wohnungen für Flüchtlinge benötigt, die aus den Unterkünften für die Erstaufnahme in Sozialwohnungen ziehen sollen. Allerdings ist in den Kommunen schon der Wohnraum für deutsche Anspruchsberechtigte knapp, da immer mehr Sozialwohnungen von den Eigentümern als reguläre Mietwohnungen eingesetzt werden. Indem sie Förderkredite anbieten, die den Bau von Wohnungen für Flüchtlinge unterstützen, wollen einige Bundesländer nun gegensteuern, berichtet die „Wirtschaftswoche“.

Wohnungen für Flüchtlinge bauen mit Unterstützung

Demzufolge stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 300 Millionen Euro für den Bau von Flüchtlingswohnungen bereit. Dieser Fördertopf steht allerdings nur Kommunen zur Verfügung. In einigen Bundesländern bieten die Förderbanken aber auch besonders günstige Kredite für Privatpersonen an, die Wohnungen für Flüchtlinge bauen wollen. Dabei gibt es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen für eine festgelegte Laufzeit einen Nullzins, der danach in marktübliche Konditionen umgewandelt wird. In Bayern können Bauherren zusätzlich zu den Förderkrediten noch weitere Zuschüsse erhalten. Die L-Bank in Baden-Württemberg hat aktuell fast 34 Millionen Euro an Zuschüssen für solche Bauvorhaben bewilligt. Während für Massenunterkünfte zur Erstunterbringung vor allem Großinvestoren nötig sind, kann der Bedarf an Sozialwohnungen auch über kleine Bauprojekte von Privatpersonen entlastet werden.

Förderkredite noch nicht attraktiv genug

Experten bemängeln allerdings, dass die Anreize für die Förderkredite oft noch nicht ausreichen. Im Vergleich zum niedrigen Marktzins scheint der zeitlich befristete Nullzins nicht deutlich attraktiver, zumal die Förderkredite an spezielle Bedingungen geknüpft sind: Mindestens für zehn Jahre muss der entstandene Wohnraum als Sozialwohnungen zur Verfügung stehen, in vielen Städten auch länger. Außerdem müssen Sozialwohnungen besondere Anforderungen bezüglich der Wohnungsgröße und den Energiesparmaßnahmen erfüllen. Noch scheint der freie Wohnungsmarkt vielen Bauherren offenbar attraktiver und sie entscheiden sich für eine reguläre Baufinanzierung. Dennoch wollen weitere Bundesländer in den nächsten Wochen nachziehen und entsprechende Projekte starten.

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