Wie bekommen Freiberufler einen Kredit?

Zuletzt aktualisiert am 16.09.2019

Ein Kredit für Freiberufler – also Selbstständige ohne eigene Mitarbeiter – kann schwierig werden. Das Problem sind oft die fehlenden Einkommensnachweise, die vor allem Start-ups und Unternehmer am Anfang ihrer Selbstständigkeit betreffen.

Je nach potenziellem Kreditgeber kann eine andere Zeit der Selbstständigkeit für die Kreditzusage verlangt werden; beispielsweise mindestens drei Jahre Tätigkeit mit wenig schwankenden Einnahmen. Außerdem gibt es manchmal Preisaufschläge für Freiberufler.

Rund 2,5 Millionen Freiberufler in Deutschland

Wer sich einen umfangreichen Kredit, etwa zur Baufinanzierung, wünscht, muss dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört der Nachweis über ein regelmäßiges Einkommen. Freiberuflern fällt gerade dieser Punkt schwer: Am Anfang der freiberuflichen Tätigkeit fehlen die Nachweise oder das Einkommen schwankt aufgrund der wechselnden Auftragslage stark. Das erschwert Banken die Einschätzung über die Kreditwürdigkeit dieser Personengruppe und führt häufig zu einer Kreditablehnung.

In Deutschland fallen rund 2,5 Millionen Menschen in die Kategorie Freiberufler und sind somit von den genannten Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme betroffen. Hinzu kommen die rund zwei Millionen Selbstständigen, die wenigstens einen Angestellten haben. Oft spiegeln sich die fehlenden Nachweise über das Einkommen in einem Preisaufschlag des Kredits wider oder sie erfordern zusätzliche Sicherheiten des Kreditnehmers.

Preis und Voraussetzungen schwanken je nach Bank

Zwar berichten Banken, dass die aufwändige Einkommensüberprüfung von Freiberuflern nicht zu einer verlängerten Kreditbearbeitung führt, wohl aber manchmal zu einem höheren Preis. Dieser hängt von der Bank ab, die für den Kredit gewählt wird. So gibt es beispielsweise bei der PSD Bank München einen Aufschlag von 0,1 Prozent; bei der Degussa Bank variieren die Zusatzgebühren und hängen davon ab, ob es sich um einen Freiberufler oder Gewerbetreibenden handelt. Die Deutsche Bank und ING veranschlagen hingegen keine spezielle Zusatzgebühr.

Bei der Hauptvoraussetzung für die Kreditaufnahme sind sich die Banken aber einig: Mindestens zwei oder drei Jahre durchgehende Selbstständigkeit und damit verbundene Einkommensnachweise sollten vorhanden sein. Bei der Sparda-Bank sind es immer drei Jahre, die ING differenziert noch einmal zwischen Umschuldungen und Neufinanzierungen. Im ersten Fall sind es auch drei Jahre, im zweiten reicht es aus, wenn sich der Freiberufler gerade im dritten Jahr befindet.

Quelle: noz.de

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