Freistellungsaufträge nur mit Steuer-ID wirksam

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.01.2016

Künftig sind Freistellungsaufträge nur noch dann wirksam, wenn die Steuer-ID des Anlegers der Bank vorliegt. Andernfalls werden automatisch 25 Prozent der Erträge als Kapitalertragsteuer an das Finanzamt abgeführt. Die Identifikationsnummer können Bankkunden noch bis Ende des Jahres nachreichen. Möglicherweise nicht legitimierte Steuern werden dann erstattet.

Freistellungsaufträge für Kapitalerträge verlieren in diesem Jahr ihre Gültigkeit, wenn die Steuer-ID des Anlegers der Bank nicht vorliegt. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) weist darauf hin, dass vor allem Verbraucher, die bereits vor mehreren Jahren einen unbefristeten Freistellungsauftrag erteilt haben, überprüfen sollten, ob ihre Identifikationsnummer bei ihrem Kreditinstitut bekannt ist. Andernfalls erfolgt eine automatische Besteuerung der gesamten Erträge.

Neue Regelung für Freistellungsaufträge

Mit einem Freistellungsauftrag weist der Bankkunde sein Kreditinstitut an, keine Kapitalertragsteuer auf seine Erträge beispielsweise aus Festgeld oder Tagesgeld abzuführen. Das ist bis zum gesetzlichen Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (für Verheiratete 1.602 Euro) möglich. Werden keine Freistellungsaufträge erteilt, führt die Bank automatisch 25 Prozent an das Finanzamt ab, hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das geschieht ab diesem Jahr auch dann, wenn zwar ein Freistellungsauftrag vorliegt, aber keine Steuer-ID des Anlegers.

Es liegt in der Eigenverantwortung des Kunden, seine Identifikationsnummer nachzureichen. Die Institute sind nicht zur Nachfrage verpflichtet. Bei Ehepaaren müssen für den gemeinsamen Freistellungsauftrag die Identifikationsnummern beider Partner vorliegen, damit dieser gültig ist.

Viele Aufträge sind bereits mit Steuer-ID versehen

Für viele Freistellungsaufträge liegt allerdings bereits eine Steuer-ID des Kunden vor, da diese bereits seit 2011 in den Formularen erfasst wird. Von der neuen Regelung sind also primär Anleger betroffen, die vor 2011 einen unbefristeten Freistellungsauftrag erteilt haben. Seit Anfang 2015 wird auch die Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt abgeführt, wofür ebenfalls die Steuer-ID erforderlich ist. Deshalb haben viele Banken bereits beim Bundeszentralamt für Steuern fehlende Identifikationsnummern erfragt.

Die Steuer-ID lässt sich im Laufe des Jahres nachreichen, sodass die einbehaltene Steuer erstattet wird. Das ist vor allem bei Dividenden oder Zinsen von Anleihen wichtig, die auch während des laufenden Kalenderjahres ausgeschüttet. Außerdem können Anleger die abgeführte Steuer über die Einkommensteuererklärung zurückfordern, sofern sie den Pauschbetrag nicht übersteigt.

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