Garantiezins bei Lebensversicherungen bleibt doch

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.12.2015

Der gesetzliche Garantiezins für Lebensversicherungen sollte 2016 eigentlich abgeschafft werden. Jetzt bleibt er vorläufig doch bestehen. Der Zinssatz gibt vor, welche Rendite die Versicherer ihren Kunden bei Neuverträgen versprechen dürfen. Er soll dafür sorgen, dass sich die Anbieter nicht durch unrealistische Versprechungen überlasten.

Der gesetzliche Garantiezins bei Lebensversicherungen – umgangssprachlich für den Höchstrechnungszins – wird nun doch nicht abgeschafft. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wird das Bundesfinanzministerium den Versicherern auch im kommenden Jahr noch vorschreiben, welchen Zinssatz sie ihren Kunden maximal garantieren dürfen.

Garantiezins soll Anbieter vor Schieflagen bewahren

Der staatlich vorgegebene Garantiezins, der seit diesem Jahr bei 1,25 Prozent liegt, schreibt den Versicherern vor, wie hoch der Zinssatz maximal sein darf, den sie ihren Kunden bei der Lebensversicherung garantieren. Das soll verhindern, dass die Unternehmen sich durch zu hohe Zinsversprechen übernehmen. Denn gerade durch die niedrigen Zinsen fällt es den Versicherern mittlerweile schwer, ihre bereits gegebenen Garantien gegenüber den Kunden zu erfüllen. Bei vielen alten Policen gilt noch ein Garantiezins von 4,0 Prozent, den die Versicherer angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus derzeit nur schwer erwirtschaften können. In Deutschland waren Kapitallebensversicherungen lange Zeit sehr beliebt als Vorsorge und es bestehen über 90 Millionen Policen. Nachdem der Höchstrechnungszins bereits seit Jahren fällt, sollte er 2016 eigentlich abgeschafft werden.

Lebensversicherungen werden weiterhin eingeschränkt

Die Abschaffung des Garantiezinses war diskutiert worden, weil ab 2016 die neuen Regelungen für die Eigenmittelausstattung nach Solvency II in Kraft treten. Danach müssen die Unternehmen künftig mehr Eigenkapital zurücklegen, um ihren Kunden garantierte Zinsen anbieten zu können. Solvency II sollte eine staatliche Regulierung nach Einschätzung der Bundesregierung theoretisch überflüssig machen. Verbraucherschützer und auch die Versicherungsbranche selbst allerdings befürchtet, dass es ohne vorgeschriebenen Garantiezins schnell wieder zu höheren Zinsversprechen kommen könnte, wenn ein Zinsanstieg auf den Kapitalmärkten erfolgt. Die Stabilität der Versicherungsunternehmen könnte dadurch gefährdet werden. Der Höchstrechnungszins, der immer nur für neu abgeschlossene Verträge gilt, wird nun zumindest 2016 konstant bleiben.

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