Gas ist so günstig wie seit zwölf Jahren nicht mehr

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.08.2017

Der globale Gasmarkt ist im Wandel begriffen und die Verbraucher freut’s: 5,76 Cent je Kilowattstunde beträgt der Erdgaspreis aktuell nur noch und hat damit den Wert von Herbst 2005 erreicht. Das ermittelte jetzt das Verbraucherportal Verivox. Damit ist der momentane Gaspreis im Vergleich zum Vorjahr um vier, verglichen mit den letzten vier Jahren sogar um 16 Prozent günstiger. Grund dafür ist das stetig wachsende internationale Gasangebot, zu dem nun beispielsweise auch die USA beitragen.

Die immer stärker wachsende Anzahl an Akteuren auf dem Weltgasmarkt wirkt sich nun zugunsten der Endverbraucher aus: Die Gaspreise erreichen mit 5,76 Cent pro Kilowattstunde gerade den niedrigsten Wert seit Herbst 2005, so das Internetportal Verivox. Das bedeutet eine Preisabnahme um vier Prozent im Vergleich zu 2016 und sogar um 16 Prozent, wird der Gesamtzeitraum der letzten vier Jahre als Referenz herangezogen. Verantwortlich für diese Entwicklung ist die Erweiterung des globalen Erdgasmarktes, in den erst jüngst auch die USA eingetreten sind.

Endverbraucherpreise variieren spürbar von Anbieter zu Anbieter

Bei dem aktuellen Gaspreis betragen die durchschnittlichen Gaskosten für eine Familie mit Gasheizung und einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden nur 1.152 Euro. Dank des sich wandelnden Energiemarkts könnten diese Preise sogar noch weiter abfallen.

Allerdings sind diese Endpreise merklich abhängig vom jeweiligen Anbieter. Denn die haben im Vergleich zu Stromanbietern bedeutend mehr Freiheiten in der Preisgestaltung. Das bedeutet zwar zum einen, dass sinkende Kosten auch unmittelbar an den Verbraucher weitergegeben werden können, zum anderen lässt das jedoch auch Spielraum für große Preisunterschiede von teils über 300 Euro.

Russland nach wie vor wichtigster Lieferant für Deutschland

Trotz der Umbrüche auf dem internationalen Erdgasmarkt haben sich Erdgasquellen für Deutschland bislang nicht wirklich geändert: 40 Prozent werden nach wie vor aus Russland bezogen, die übrigen 60 Prozent stammen zum Großteil aus Norwegen und den Niederlanden. Dafür verantwortlich ist in erster Linie das bestehende Pipeline-System. Da die Ostsee-Gasleitung Nordstream bald über eine doppelt so große Kapazität verfügen wird, wird der Anteil des aus Russland bezogenen Erdgases vermutlich noch ansteigen.

In Zukunft besonders interessant wird vermutlich verflüssigtes Erdgas (LNG), das nicht nur zum Heizen, sondern auch als Treibstoff bei Kraftfahrzeugen oder Schiffen genutzt werden kann. Momentan bemüht sich das schleswig-holsteinische Brunsbüttel um einen Importterminal für Deutschland, mit dem LNG beispielsweise direkt aus Katar importiert werden könnte.

Quellen: Spiegel Online, Wallstreet Online, Wirtschaftswoche

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