GDV: Versicherungsfreiheit für Spielzeug-Drohnen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.12.2016

An Weihnachten werden sich wohl unter zahlreichen deutschen Christbäumen Spielzeug-Drohnen als Geschenk befinden. Bevor die frischgebackenen Drohnen-Piloten zum Jungfernflug abheben, müssen sie oder ihre Eltern von Gesetzes wegen eigentlich eine spezielle Versicherung abschließen. Die Versicherer fordern allerdings eine Befreiung von der Versicherungspflicht.

Für Drohnen besteht in der Bundesrepublik grundsätzlich eine Versicherungspflicht. Selbst wenn es sich dabei um kleine, leichtgewichtige Spielzeug-Drohnen handelt, die kaum mehr wiegen als ein Blatt Papier. Der Gesetzgeber macht bei Drohnen nämlich keinen Unterschied – egal ob es sich um eine Profi-Drohne für Luftbilder handelt oder eben um eine kleine Spielzeug-Drohne. Sie werden alle als Luftfahrzeuge behandelt – und für die besteht nach dem Luftverkehrsgesetz eine Versicherungspflicht.

Keine rechtssichere Definition von Spielzeug-Drohnen

Davon ausgenommen sind nur Drohnen, die „eindeutig und zweifelsfrei“ als Spielzeug zu bewerten sind. Problematisch ist allerdings, dass es bislang keine verbindliche Definition gibt, was noch als Spielzeug gilt. Verursacht ein Pilot mit seiner Drohne also einen Schaden, muss im Einzelfall geklärt werden, ob sie noch als Spielzeug bewertet wird oder nicht. Schäden mit Spielzeug-Drohnen sind meist über die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Luftfahrzeuge sind hier hingegen ausgenommen, für sie muss eine spezielle Luftfahrthaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

GDV: Keine Versicherungspflicht für Drohnen bis 250 Gramm

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordert nun neue gesetzliche Regelungen und schlägt vor, die Versicherungspflicht erst für Drohnen mit einem Abfluggewicht ab 250 Gramm gelten zu lassen. Leichtere Copter würden dann eindeutig als Spielzeug-Drohnen eingestuft werden.

„Eine Klarstellung an dieser Stelle ist überfällig und würde allen Beteiligten – Drohnen-Piloten, Geschädigten und Versicherern – unmittelbar zu mehr Rechtssicherheit verhelfen“, erklärt GDV-Geschäftsführer Bernhard Gause. „Neben der Rechtssicherheit hätte diese Regelung für Drohnenflieger noch einen weiteren handfesten Vorteil: Die Schäden der Spielzeug-Drohnen wären dann problemlos von der privaten Haftpflichtversicherung gedeckt, die 85 Prozent der Haushalte ohnehin abgeschlossen haben“, so Gause weiter.

Solange die rechtliche Situation nicht eindeutig ist, empfiehlt der GDV Drohnen-Piloten, sich zunächst bei ihrem Versicherer zu erkundigen, ob und bis zu welchem Gewicht Drohnen in der Privathaftpflichtversicherung eingeschlossen sind. Falls hierüber kein Versicherungsschutz besteht, rät der GDV, auch für Spielzeug-Drohnen eine eigene Versicherung abzuschließen.

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