Gebühren fürs Geldabheben weiter gestiegen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.09.2016

Kein Bargeld in der Brieftasche und kein Geldautomat der eigenen Bank in Sicht. Eine Situation, die Verbraucher immer teurer zu stehen kommen kann, wenn sie zum Geldabheben den Automaten einer fremden Bank benutzen. Eine Untersuchung zeigt, wie deutlich die Banken ihre Gebühren angezogen haben.

In den vergangenen zwölf Monaten sind die Gebühren für das Geldabheben an Automaten fremder Banken weiter gestiegen. Eine aktuelle Untersuchung der FMH Finanzberatung im Auftrag der „Wirtschaftswoche“ zeigt, dass die Gebühren, die institutsfremde Kunden für Barabhebungen am Geldautomaten zahlen müssen, von durchschnittlich 4,04 Euro auf aktuelle 4,22 Euro gestiegen sind.

Bis zu 6,00 Euro für einmal Geldabheben

Im Juni vergangenen Jahres hatten die in der Cash Group zusammengeschlossen Banken wie Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank sowie deren Tochter-Institute angekündigt, ihre bisherige Gebührenbegrenzung von 1,95 Euro für Barauszahlungen an Fremdkunden aufzuheben. Diesem Beispiel sind offenbar viele Institute gefolgt. Auch viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die bereits vor der Gebührenerhöhung der Cash-Group-Institute meist deutlich höhere Gebühren von Fremdkunden kassierten als die Privatbanken. Beim Spitzenreiter, der Kreissparkasse Gotha, werden für einmal Geldabheben aktuell 6,00 Euro fällig. Vor einem Jahr lag die Gebühr noch bei 4,00 Euro – eine Steigerung von 50 Prozent innerhalb von zwölf Monaten also. Ein neues Konzept verfolgt die Stadtsparkasse Düsseldorf bei der Struktur ihrer Gebühren für Fremdkunden. Sie geht rein marktwirtschaftlich vor: Je attraktiver der Standort eines Geldautomaten, desto teurer ist das Geldabheben. An weniger stark frequentierten Standorten fallen 4,75 Euro an, an beliebten kostet es einen Euro mehr, also 5,75 Euro.

Gebühren kompensieren Verluste aufgrund der Niedrigzinsen

Im günstigsten Fall werden für das Geldabheben am Automaten einer fremden Bank 1,95 Euro fällig, beispielsweise bei den Direktbanken PSD und IngDiba. Auch die Sparda-Bank Münster verlangt nicht mehr und zeigt damit, dass niedrigere Gebühren auch bei Genossenschaftsbanken möglich sind. Die tatsächlichen Kosten, die Banken und Sparkassen durch Barabhebungen institutsfremder Kunden entstehen, liegen nach Schätzungen des Verbraucherzentralen Bundesverbands zwischen 30 und 70 Cent, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Angesichts der wegbrechenden Gewinne in der Niedrigzinsphase sind die Geldhäuser allerdings darauf angewiesen, an anderer Stelle Geld zu verdienen. Die Gebühren für das Geldabheben sind eine Option dazu, ebenso die Erhöhung der Kosten für Kreditkarten. Ein anderer Weg, den derzeit zahlreiche Institute einschlagen, ist die Einführung oder Erhöhung von Kontoführungsgebühren für Girokonten. Kostenlose Girokonten, so die Einschätzung einiger Experten, könnten in einigen Jahren auch in Deutschland Seltenheitswert haben.

Quelle: Wirtschaftswoche

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