Gehaltsreport 2017: Studium und Region bestimmen den Lohn

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.02.2017

Welche Löhne die deutsche Gehaltslandschaft bestimmen, hat jetzt die Online-Jobbörse Stepstone erfasst. Der Gehaltsreport „Fach- und Führungskräfte 2017“ attestierte den Deutschen insgesamt mehr Geld, aber vor allem Akademikern große Chancen auf hohe Verdienste. Zwischen den Studienfächern und Regionen herrschen große Unterschiede, doch als Topverdiener gelten Ärzte, Ingenieure und Juristen. Als Spitzenbranchen werden hingegen die Chemie- und Ölindustrie, Pharmaunternehmen sowie die Luft- und Raumfahrt gewertet.

Mit dem idealen Beruf in der richtigen Region können insbesondere Akademiker schnell zehntausende Euro mehr verdienen. Zu diesem Schluss kommt der Report „Fach- und Führungskräfte 2017“ der Job-Börse Stepstone. Maßgeblich ist jedoch die Wahl des Studienfachs – so zählen Mediziner, Ingenieure und Juristen zu den Top-Verdienern. Als erfolgreichste Branchen haben sich die Chemie- und Ölindustrie, Pharmaindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt erwiesen.

Deutschlands Löhne auf dem Prüfstand

Insgesamt verzeichnet der Report ein Lohnplus, das jedoch eher auf die geringe Inflation als auf großzügige Arbeitgeber zurückzuführen ist. Nach Abzug der Teuerungsrate liegt die Steigerung dennoch bei 1,8 Prozent. Die für 2017 prognostizierten, deutlich höheren Preise verheißen in diesem Jahr eine geringere Steigerung. Derzeit verfügen Fach- und Führungskräfte im Schnitt über ein Brutto-Jahresgehalt von rund 57.100 Euro.

Weit über diesem Wert liegen zum Beispiel Ärzte mit einem Verdienst von 82.700 Euro oder Juristen mit 62.400 Euro Jahresgehalt. Insgesamt zeigen die Werte nur den Durchschnitt. So kommen beispielsweise Chirurgen oder Juristen in Großkonzernen auf 103.000 Euro beziehungsweise 79.000 Euro. Der Report zeigte in allen Berufsgruppen eine an die Unternehmensgröße gekoppelte Entlohnung. Insbesondere technische Berufe zeigen zudem eine große Gehaltslücke zwischen Akademikern und Fachkräften ohne Studienabschluss.

Das Ingenieurs-Durchschnittsgehalt liegt bei 62.500 Euro, jedoch fällt dieser Wert ohne Studium um rund ein Viertel. Auch Personalverantwortung beeinflusst das Gehalt: Deshalb liegt der Verdienst im Bereich Finanzen, Versicherungen und Banken gleich um 30 Prozent über dem Schnitt von 62.300 Euro. Besonders letztere hatten jahrelang Spitzenpositionen inne, wurden jetzt jedoch von anderen Branchen verdrängt. Chemie, Erdöl, Pharma, Luft- und Raumfahrt zeigten sich als die Gewinner.

Lohnplus auch für Azubis

Bereits im Januar hatte eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gezeigt, dass auch Azubis von einem Lohnplus profitieren: Über die gesamte Ausbildungszeit hinweg kamen diese auf ein Monatsgehalt von 859 Euro brutto (Westdeutschland) bzw. 807 Euro brutto (Ostdeutschland) im Durchschnitt. Oft müssen Auszubildende finanzielle Lücken mit einem speziellen Kredit für Azubis auffüllen - umso erfreulicher ist der Lohnanstieg, der nun schon zum fünften Mal in Folge stattfand.

Vor allem in der Baubranche zeigten sich hohe Anstiege. Regionale Unterschiede gab es auch bei den Azubi-Gehältern.

Die Schattenseiten der Gehaltslandschaft

Bereits im Januar zeigt eine Studie die immense Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern. Trotz Frauenquote und Mindestlöhnen können diese, abhängig von Faktoren wie der Branche, zum Teil nur die Hälfte des Lebensverdienstes von Männer erreichen. Der Stepstone-Report zeigte nun auch die Verlierer im Branchenkampf. Ganz unten rangieren in der Liste Bildung, Handwerk und Pflegeberufe. Auch das Bundesland entscheidet über den Lohn. Während in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg reichlich entlohnt wird, erhalten Arbeitnehmer in Ostdeutschland immer noch rund ein Drittel weniger.

Quellen: SZ, Focus, Presseportal

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