Geheimnisdiebstahl: Tesla verklagt ehemaligen Manager

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.01.2017

Ein ehemaliger Manager des Elektroauto-Herstellers Tesla soll hunderte Gigabyte Daten gestohlen haben, um heimlich das eigene Start-Up Aurora zu begünstigen. Dem Ex-Manager Sterling Anderson, der an der Entwicklung der Selbstfahr-Technologie beteiligt war, wird vorgeworfen, mit einem Google-Entwickler an intelligenten Autos auf Basis der Tesla-Daten gearbeitet zu haben. Aurora weist die Vorwürfe von sich und erklärte die Anschuldigungen mit erschreckender Paranoia und Konkurrenzdruck seitens Tesla.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla zieht gegen seinen ehemaligen Top-Manager Sterling Anderson vor Gericht. Dieser soll bei seinem Weggang hunderte Gigabyte Daten vom Fahrerassistenten-Projekt Teslas gestohlen haben, um sie im eigenen Roboterwagen-Start-Up zu nutzen.

Zugleich verklagt Tesla auch den Chefentwickler der selbstfahrenden Google-Cars Chris Urmson. Dieser soll mit Anderson die Daten für die gemeinsame Firma Aurora verwendet haben. Nach Dafürhalten des Start-Ups seien die Anschuldigungen nur mit Angst vor Konkurrenz und Paranoia zu erklären.

Schwere Vorwürfe der Spionage

Neben Anderson ist der Chefentwickler der selbstfahrenden Google-Cars Chris Urmson angeklagt, der mit ihm das Start-Up Aurora gründete. Tesla wirft den beiden Branchenexperten vor, Mitarbeiter beim jeweiligen Unternehmen abgeworben und bereits zur Zeit der Beschäftigung am Start-Up gearbeitet zu haben. Anfang des Jahres eskalierte die Situation mit der Kündigung von drei Tesla-Mitarbeitern und Anderson musste gehen.

Der Tesla-Manager soll nicht nur große Datenpakete kopiert, sondern auch seinen Computer manipuliert haben, um den Diebstahl zu verschleiern. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre der Datendiebstahl tatsächlich ein Schlag für den Elektroauto-Hersteller. Anderson war Zeit seiner Beschäftigung maßgeblich am Fahrerassistenzsystem „Autopilot“ beteiligt. Das Programm sollte für Tesla der Schlüssel zum vollständig autonomen Fahren werden.

Ein Zeichen im hart umkämpften Markt

In der Klage wird deutlich, dass Tesla ein Zeichen im härter werdenden Konkurrenzkampf setzen will. Bereits kleine Teams könnten mit der Entwicklung innovativer Konzepte bis zu einer Milliarde Dollar verdienen. Als Beispiel gab Tesla das von Google-Experten gegründete Start-Up Otto an, das für fast 700 Millionen Dollar aufgekauft wurde.

Der Wettkampf um die Vorherrschaft auf dem Entwicklungsmarkt sei im vollen Gange und Experten wie Anderson hätten einen hohen Stellenwert. Der Vorwurf der Spionage lastet damit umso schwerer.

Quellen: Handelsblatt, Süddeutsche, n-tv, Wirtschaftswoche

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