Privatbanken: Geld abheben wird teurer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.07.2015

Wer künftig als Fremdkunde bei einer Privatbank Geld abheben will, muss höhere Gebühren zahlen. Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank haben ihre bisherige Gebühren-Obergrenze für Fremdabhebungen in Höhe von 1,95 Euro aufgehoben. Sie wollen zur Konkurrenz der Sparkassen und Genossenschaften aufschließen, die deutlich höhere Gebühren verlangen.

Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken mussten bisher maximal 1,95 Euro Gebühren zahlen, wenn sie an Automaten von Privatbanken Geld abheben wollten. Diese Vereinbarung hatten die privaten Geldhäuser im Sommer 2010 untereinander getroffen und nun gekündigt. Man könne und wolle den Service nicht dauerhaft unter dem Marktpreis anbieten, sagte ein Sprecher der Commerzbank der Börsen Zeitung.

Privatbanken folgen den Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Die Privatbanken hatten Fremdkunden bisher mit vergleichsweise niedrigen Gebühren beim Geldabheben belastet. Die Sparkassen verlangen beispielsweise zwischen 4,00 und 4,50 Euro für Barabheber, die kein Girokonto bei einer Bank im Sparkassenverbund führen. Bei Raiffeisen- und Volksbanken werden im Schnitt 3,90 Euro fällig, wenn Kunden anderer Banken an ihren Automaten Geld abheben. Entgegen der Hoffnung der Privatbanken sind die großen Institute unter den Sparkassen und Genossenschaftsbanken der Vereinbarung zur Deckelung der Gebühren für Fremdkunden nicht gefolgt. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können und angesichts des niedrigen Zinsumfelds neue Einnahmequellen zu erschließen, hat die sogenannte Cash-Group, bestehend aus Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Postbank und ihren jeweiligen Töchtern, die Gebühren-Obergrenze aufgehoben.

Verpflichtender Hinweis auf Gebühren bevor Fremdkunden Geld abheben

Kurz nach dieser Bekanntgabe hat die Commerzbank angekündigt, ihre Gebühren für Fremdkunden zum 1. Oktober auf 3,90 Euro zu verdoppeln. Fremdkunden, die an den Automaten der Essener National-Bank Geld abheben, zahlen bereits seit Anfang Juli 4,50 Euro ab. Das Bundeskartellamt hatte die Absprache der Privatbanken 2010 abgesegnet. Die Wettbewerbshüter wollen erst einschreiten, wenn die Gebühren im gesamten Bankensektor wieder deutlich steigen. Verbrauchern drohen zwar höhere Gebühren, doch sie müssen zumindest keine Angst vor bösen Überraschungen haben. Laut Gesetz müssen die erhobenen Gebühren an Geldautomaten angezeigt werden, bevor Kunden mit Giro- oder Kreditkarte eines anderen Instituts Geld abheben.

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