Geld abheben: Späte Gebühreninfo bei Fremdbanken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.11.2016

Den meisten Verbrauchern dürfte das Szenario bekannt vorkommen: Wenn man dringend Geld abheben möchte, ist oft meilenweit kein Geldautomat der eigenen Bank in der Nähe. Viele beißen in den sauren Apfel und nutzen den nächstbesten Automaten. Dass dafür Gebühren anfallen, ist klar. Aber wie hoch sie ausfallen, wird oft gut versteckt.

An vielen Geldautomaten erfahren Kunden anderer Banken, die dort von ihrem Girokonto Geld abheben wollen, erst sehr spät, wie hoch die Gebühren ausfallen. In einer aktuellen Untersuchung stellte Stiftung Warentest fest, dass 14 von 20 Anbietern die Höhe der anfallenden Gebühren erst anzeigen, nachdem der Verbraucher bereits seine PIN eingegeben hat. Ein Anbieter versteckte die Angabe über die Höhe der Gebühren zudem in einem „sehr langen Text in sehr kleiner Schrift“, wie die Verbraucherschützer feststellten.

Nur sechs Banken informieren, bevor Kunden beginnen Geld abzuheben

Dabei ist bereits nach dem Einschieben der Karte ersichtlich, ob es sich um einen hauseigenen Kunden oder den einer Fremdbank handelt, der nach Bargeld verlangt. Theoretisch wäre es also möglich, die Höhe der Gebühren anzuzeigen, bevor der Kunde beginnt, Geld abzuheben. Nach Einschätzung der Verbraucherschutzorganisation sollte dies bei allen Instituten Standard sein. In der Praxis zeigten allerdings nur sechs der 20 getesteten Anbieter die Gebühren für das Geld abheben mit einer fremden Girocard vor der PIN-Eingabe an, nämlich:

  • Commerzbank
  • Deutsche Bank
  • ING-Diba
  • Postbank
  • Targobank
  • Volkswagen Bank

Bei allen sechs Instituten war das anfallende Entgelt vergleichsweise kurzen Texten klar zu entnehmen.

Große Spannweite bei Höhe der Gebühren

Unter den sechs Anbietern mit transparenter Gebührenkommunikation am Automaten befinden sich drei Anbieter, bei denen Fremdkunden vergleichsweise günstig Geld abheben können: ING-Diba und die Volkswagen Bank erhoben genau wie die DKB mit 1,95 Euro die niedrigsten Gebühren für Auszahlungen an Fremdkunden. Allerdings betreiben sie nur wenige eigene Geldautomaten. Bei vielen großen Banken und Sparkassen liegt die Gebühr laut Stiftung Warentest zwischen 3,50 Euro und 4,95 Euro. Bei Spezialanbietern, die sich primär auf das Betreiben von Geldautomaten konzentrieren, zum Beispiel Cardpoint, Euronet und IC Cash Service, wird es in der Regel noch deutlich teurer. Einmal Geld abheben kann hier mit 7,99 Euro Gebühren zu Buche schlagen.

Versorgung mit Bargeld als Hauptgeschäft von Spezialanbietern

Problematisch dabei: Die etablierten Geldhäuser schließen aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr Filialen. Dadurch reduzieren sich für ihre Kunden die Möglichkeiten, kostenlos Geld abzuheben. Gleichzeitig gibt es aber immer mehr Geldautomaten von Spezialanbietern, an denen die Versorgung mit Bargeld im Normalfall mit hohen Gebühren verbunden ist. Diese Unternehmen konzentrieren sich meist ausschließlich auf das Geschäft mit der Bargeldversorgung und bieten keine anderen Bankdienstleistungen an. Damit sich das rentiert, stellen sie ihre Geldautomaten an strategisch günstigen Orten, beispielsweise in Hotels, Ausgehvierteln oder an Flughäfen auf. Der Anbieter NoteMachine weist Stiftung Warentest zufolge auf seiner Website sogar ausdrücklich auf Standorte in „Amüsierbetrieben“ hin – „damit der Spaß für Ihre Kunden nicht zu früh aufhört“. 

Quelle: Stiftung Warentest

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