Geldanlage: Robo-Advisor verwalten Milliarden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.12.2016

Deutsche Anleger gelten als ausgesprochen skeptisch gegenüber Anlageberatern. Gerade für sie könnte ein Robo-Advisor die ideale Lösung sein – ein Algorithmus, der die ideale Anlage völlig emotionslos berechnet und als digitaler Vermögensverwalter fungiert. Bereits jetzt verwalten die Roboter Anlagen in Milliardenhöhe.

Digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor, haben immer mehr Geld in den Händen. 2016 werden sie dem Statistik-Dienstleister Statista zufolge weltweit Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 91 Milliarden Euro erreichen. Allein die deutschen Plattformen, die auf Vermögensverwaltung per Roboter setzen, verwalten in diesem Jahr bereits mehr als eine Milliarde Euro.

Robo-Advisor stellt Fragen wie Anlageberater

Hinter den Robo-Advisorn von Anlage-Portalen wie Easyfolio, Growney, Quirion, Vaamo oder Scalable steckt ein Algorithmus, der bei der Geldanlage intelligenter vorgehen soll, als es Kleinanleger alleine oder mit der Hilfe eines Beraters tun. Um die passende Anlage finden zu können, muss der Robo-Advisor zunächst – genau wie ein seriöser Anlageberater aus Fleisch und Blut – zunächst einmal mehr über den potenziellen Anleger erfahren. Daher werden eingangs Informationen zur Risikobereitschaft, zur geplanten Dauer und Höhe der Anlage und zu bisherigen Erfahrungen des Anlegers mit Wertpapieren abgefragt. Aus diesen Daten erstellt der digitale Vermögensverwalter dann eine passende Anlagestrategie und setzt sie um. So kann der Anlagebetrag beispielsweise zu einem bestimmten Anteil in sichere, aber weniger renditestarke Anleihen investiert werden. Hinzu kommt je nach Risikobereitschaft des Anlegers ein kleinerer oder größerer Anteil an Wertpapieren, oft in Form von Indexfonds, den sogenannten ETFs.

Digitale Vermögensverwalter greifen automatisch ein

Ist das Kapital erst einmal angelegt, behält der digitale Vermögensberater die Geldanlage im Auge und greift gegebenenfalls automatisch ein. In welcher Form dies geschieht, hängt von der Art des Anlage-Roboters ab. Ein sogenannter passiver Robo-Advisor sorgt lediglich dafür, dass die ursprüngliche Verteilung auf die verschiedenen Anlageklassen erhalten bleibt, wenn diese unterschiedlich stark wachsen. Experten sprechen bei diesem Vorgehen von „Rebalancing“. Ein aktiver Robo-Advisor hingegen beobachtet die Märkte und schichtet das Depot bei Bedarf eigenständig um. Ziehen beispielsweise dunkle Wochen an den Börsen auf, stößt ein aktiver Robo-Advisor zum Beispiel Wertpapiere ab und erhöht stattdessen den Anteil an sicheren Anleihen.

Verbraucherschützer raten zu passivem Robo-Advisor – noch

Bislang raten Verbraucherschützer noch zur den passiven Anlage-Robotern, da für aktive bislang noch keine ausreichenden Erfahrungswerte vorliegen. Die Gründer von Scalable Capital, Erik Podzuweit und Stefan Mittnik, die auf einen aktiven Robo-Advisor setzen, sehen dessen Feuertaufe seit Juni jedoch als bestanden, wie die „Zeit“ berichtet. Als nach dem Brexit-Referendum die Börsen nachgaben, hatte dies für Anleger keine Auswirkungen. Denn der Algorithmus hatte die nervöse Stimmung an den Märkten im Vorfeld erkannt und rechtzeitig die Depots umgeschichtet.

In einem Punkt schlagen die digitalen Vermögensverwalter Berater aus Fleisch und Blut meist deutlich, nämlich bei den Kosten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die jeweilige Plattform ausschließlich in ETFs investiert, die nicht aktiv gemanagt werden, sondern einfach nur einen Index nachbilden. Wie die „Zeit“ berichtet, fallen für die digitalen Vermögensverwalter in der Summe etwa 1 bis 1,5 Prozent des Anlagebetrags als Provision an. Noch günstiger ist es für Anleger natürlich, selbst direkt in ETFs zu investieren, die bedeutet allerdings auch spürbar mehr Aufwand.

Quellen: Zeit, Statista

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