Geldvermögen der Deutschen wächst kaum

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.10.2015

Im zweiten Quartal 2015 wies das private Geldvermögen der deutschen Haushalte ein so geringes Wachstum auf wie seit Beginn der Neunzigerjahre nicht mehr. Gründe sind die niedrigen Zinsen und Bewertungsverluste an der Börse. Außerdem war die Kreditaufnahme im genannten Zeitraum besonders hoch, wodurch das Nettogeldvermögen leicht gesunken ist.

Zahlen der Deutschen Bundesbank zufolge wies das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland im zweiten Quartal 2015 nur ein sehr geringes Wachstum auf. In diesem Zeitraum war ein Anstieg um fünf Milliarden Euro auf 5.224 Milliarden Euro zu verzeichnen. Das bedeutet ein Plus von nur 0,1 Prozent – der niedrigste Wert seit Anfang der Neunzigerjahre. In die Statistik zum Geldvermögen finden Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen und Versicherungsansprüche Eingang, Immobilien dagegen nicht.

Sparverhalten führt zu geringem Wachstum

Ein Grund für den geringen Anstieg beim Geldvermögen dürfte das niedrige Zinsniveau sein. Viele Verbraucher werden dadurch nicht motiviert, sich für langfristige Anlagen wie Festgeld zu entscheiden und setzen stattdessen auf eine schnelle Verfügbarkeit des Geldes. So wählen die Sparer oft Tagesgeldkonten oder lassen ihr Geld auf dem Girokonto liegen – sie sparen so eher ineffizient. Das Engagement auf den Kapitalmärkten war laut Bundesbank zudem sehr verhalten,  die Anleger setzten eher auf Sicherheit.

Börsenlage wirkt sich auf Geldvermögen aus

Wer sich dann doch für Wertpapiere entschied, dem machte ein schwaches Börsenumfeld zu schaffen: Zwischen April und Juni war es unter anderem die Sorge um Griechenland, die für Bewertungsverluste von 36 Milliarden Euro sorgte. Im August brach der DAX zwar noch deutlich stärker ein, insbesondere auch wegen des Abgas-Skandals bei VW. Dieser Kursverfall ist in den aktuell vorgelegten Zahlen der Bundesbank allerdings noch nicht erfasst, könnte jedoch bei der Datenerhebung für das dritte Quartal 2015 von Bedeutung sein.

Im zweiten Quartal haben Privathaushalte außerdem Kredite in Höhe von insgesamt zwölf Milliarden Euro aufgenommen, wofür vermutlich ebenfalls das niedrige Zinsniveau verantwortlich war. Besonders beliebt waren Kredite zur Baufinanzierung. Durch die stärkere Verschuldung ist das Nettogeldvermögen seit 2011 zum ersten Mal leicht gesunken.

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