Geldvermögen: Sparen bremst das Wachstum

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.11.2015

Der deutsche Spareifer trägt offenbar dazu bei, dass die privaten Geldvermögen nicht so stark wachsen wie erhofft. Nichtsdestotrotz sind sie 2015 wieder angestiegen. Grund sind vor allem höhere verfügbare Einkommen, die fürs Sparen verwendet werden. Experten gehen davon aus, dass sich der Trend im nächsten Jahr fortsetzen wird.

Obwohl oder gerade weil Sparen bei den Deutschen trotz niedriger Zinsen wieder weiter verbreitet ist, wächst das Geldvermögen langsamer als gedacht, berichtet das „Handelsblatt“ in Bezug auf aktuelle Schätzungen der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank (DZ Bank), die für mehr als 900 Kreditgenossenschaften zuständig ist. Die Experten mussten ihre Wachstumsprognosen für die Geldvermögensbildung privater Haushalte für die Jahre 2015 und 2016 nach unten korrigieren.

Prognose für die Geldvermögen in Deutschland

Die Geldvermögensbildung entwickelt sich laut DZ-Senior-Economist Michael Stappel langsamer als ursprünglich angenommen. Die Bank rechnet mit einem Plus von 6,2 Prozent in diesem Jahr und 3 Prozent für 2016. Für die privaten Geldvermögen bedeutet dies konkret: „In diesem Jahr dürfte das Geldvermögen um 3,1 Prozent auf 5,4 Billionen Euro wachsen“, so der Fachmann. Der Zuwachs sei fast ausschließlich auf die Ersparnisse der Deutschen zurückzuführen, die immer ihre Rücklagen immer noch bevorzugt auf einem Sparkonto oder als Festgeld anlegen. Renditen spielen daher für den Zuwachs des Sparvermögens nur eine untergeordnete Rolle. Die private Sparquote wird der Prognose nach leicht auf 9,7 Prozent steigen.

Deutsche nutzen höheres verfügbares Einkommen fürs Sparen

Den Grund, warum die Deutschen mehr sparen, führen die Experten unter anderem auf höhere verfügbare Einkommen zurück. Laut der „Handelsblatt“ sind diese 2015 bereits um 2,7 Prozent gestiegen. 2016 sollen sie voraussichtlich noch einmal um 2,6 Prozent zulegen. Grund dafür sind nicht in erster Linie Gehaltserhöhungen, sondern die geringe Inflation, die im September den Nullpunkt erreicht hat. Durch die niedrige Teuerungsrate bleibt den Deutschen nach Abzug der Lebenshaltungskosten mehr vom Einkommen. Trotz vermutlich geringerer Tariferhöhungen im nächsten Jahr und steigender Krankenkassenbeiträge werde der Trend anhalten. „Im kommenden Jahr wird das Geldvermögen um 5,4 Prozent auf 5,7 Billionen Euro steigen – erneut angetrieben von der Ersparnis“, prognostiziert Stappel.

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