Generali baut um: Lebensversicherung vor der Stilllegung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.10.2017

Der italienische Versicherer Generali baut sein Deutschland-Geschäft radikal um. So soll es künftig weniger Marken geben und ein massiver Stellenabbau stattfinden. Zudem sucht Generali derzeit einen Käufer zur Stilllegung der Lebensversicherung. Von der potenziellen Abgabe an einen professionellen Lebensversicherer wären rund vier Millionen Verträge betroffen. Nach der Allianz ist der italienische Konzern der zweitgrößte Privatkundenversicherer in Deutschland.

Der hierzulande zweitgrößte Privatkundenversicherer hinter der Allianz setzt zum großen Um- und Abbau an. Für ihr Deutschland-Geschäft plant Generali künftig den Abbau von Marken und Stellen. Um zusätzlich die Lebensversicherung stillzulegen, ist der italienische Konzern auf der Suche nach einem Käufer für ebendiese. Findet sich ein professioneller Abwickler für Lebensversicherungen, wären rund vier Millionen Verträge betroffen.

Umbau des Deutschlandgeschäfts

Weniger Stellen, weniger Marken und möglichst keine Lebensversicherung mehr – die Generali setzt zum Kahlschlag an. Würde die Lebensversicherung tatsächlich stillgelegt, beträfe dies rund vier Millionen Verträge. Bei einem Großteil handelt es sich um Policen mit teurer langfristiger Zinsgarantie. Mit der Abgabe an einen professionellen Abwickler für Lebensversicherungen könnte die Generali ihr durch hohe Zinsgarantien gebundenes Kapital entlasten. Bekanntgegeben hatte der italienische Konzern seine Pläne am Donnerstag in Mailand.

Die Generali Deutschland umfasst derzeit die AachenerMünchener Versicherung, Cosmos Direkt, Central Krankenversicherung, Advocard Rechtsschutzversicherung, Dialog und die Bausparkasse Badenia. Bei einer Kundenzahl von 13,5 Millionen beziffert sich der gemeinsame Umsatz dieser Unternehmen auf 16,2 Milliarden Euro. Die AachenMünchener und Central verschmelzen nun unter dem Namen Generali. Dem Vorstandschef Giovanni Liverani zufolge begründet sich dies in der größeren Bekanntheit der Dachmarke.

Generali vor massiven Veränderungen

Liverani hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt 2015 den Umbau in Deutschland angestoßen. Damals wurde die Kölner Zentrale geschlossen und mit verkleinerter Verwaltung nach München verlegt. Mit der Streichung von 1.000 Stellen schrumpfte die Belegschaft um rund ein Zehntel und die Kosten konnten so um 120 Millionen Euro gesenkt werden. Nun kündigte Liverani noch tiefergehende Umbauten an. Angesicht der geplanten verschlankten Strukturen sowie vereinfachter Organisation stehen auch weiter Kostensenkungen im Fokus. Aus zehn „Produkt-Fabriken“ werden künftig drei, die 14 Arbeitergesellschaften auf Generali Deutschland AG und die Generali Deutschland Service GmbH reduziert. Ohne Neugeschäfte der Generali Lebensversicherung wird auch der Außendienst unnötig, Generali-Policen werden künftig nur noch über den Finanzbetrieb DVAG verkauft.

Quellen: FAZ, Abendblatt

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