Geplante Steuerreform in der Kritik

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.10.2016

Die geplante Steuerreform, die die Bundesbürger ab 2017 unter anderem durch die Anhebung der Freibeträge finanziell entlasten soll, wird bereits jetzt als nicht ausreichend kritisiert. Sowohl der Bund der Steuerzahler als auch Stimmen aus der Opposition äußern sich kritisch zu den Plänen.

Neben der Erhöhung von Kindergeld und Kinderzuschlag werden mit der Steuerreform auch die Freibeträge für das Einkommen angehoben. Für den einzelnen Steuerzahler werden sich die Entlastungen mit einem Gesamtvolumen von 6,3 Milliarden Euro aber nur geringfügig auf dem Girokonto bemerkbar machen.

Freibeträge steigen 2017 und 2018

Der Grundfreibetrag für Ledige soll mit Beginn des Jahres 2017 auf 8.820 Euro steigen, wird also um 168 Euro angehoben. 2018 erfolgt dann noch eine Erhöhung um 180 Euro, sodass er 9.000 betragen wird. Der Wert für Ehepaare beträgt das Doppelte. Auch der Kinderfreibetrag, von dem Eltern profitieren, soll steigen: Zunächst wird er von derzeit 7.248 Euro um 108 Euro angehoben, 2018 noch einmal um 72 Euro. Der Kinderfreibetrag wird bei Eltern zum steuerfreien Einkommen hinzugezählt. Die Erhöhung der Freibeträge ist allerdings rechtlich verpflichtend: Da das Existenzminimum nicht besteuert werden darf, macht der neue Existenzminimumbericht diese Anhebung notwendig.

Bund der Steuerzahler kritisiert Steuerreform

Dem Bund der Steuerzahler gehen die geplanten Änderungen allerdings nicht weit genug. Sein Präsident Reiner Holznagel erklärte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ): „Das ist zu wenig. In Wahrheit handelt es sich auch nicht um Steuersenkungen, sondern um pures Verfassungsrecht.“ In seinen Augen wären größere Entlastungen für die Bürger möglich gewesen: „Bei der historisch guten Einnahmesituation von Bund, Ländern und Kommunen ist ein mutigerer Entlastungsschritt drin.“ Er plädiert vor allem für einen Abbau des Solidaritätszuschlags.

Auch für die Grünen kritisieren die Steuerreform als wenig effektiv. Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner kommentiert laut „Spiegel Online“: „Die Bundesregierung fördert weiterhin tröpfchenweise und lässt arme Familien links liegen: Die Kindergelderhöhung und Erhöhung des Steuerfreibetrags sind Pflichtprogramm, gerade arme Familien profitieren aber nicht davon.“

Quellen: FAZ, Spiegel Online

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