Gesetzesänderung vereinfacht künftig Kontowechsel

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.02.2016

Ein Kontowechsel wird für Verbraucher künftig einfacher über die Bühne zu bringen sein. Sie sollen nicht mehr jeden Dauerauftrag und jede erteilte Einzugsermächtigung von Hand ändern müssen, wenn sie mit ihrem Girokonto zu einem anderen Anbieter wechseln. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die durch eine Gesetzesänderung in deutsches Recht umgesetzt werden muss.

Eine Gesetzesänderung soll den Kontowechsel für Bankkunden zukünftig vereinfachen. Ermöglicht wird dies durch eine neue Regelung im sogenannten Zahlungskontengesetz, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Der Tageszeitung zufolge könnte die Änderung bereits in diesem Sommer wirksam werden.

Gesetzesänderung sieht automatische Übertragung bestehender Aufträge vor

Die Gesetzesänderung, die derzeit den Bundestag durchläuft, wurde infolge einer neuen EU-Richtlinie erforderlich. „Künftig soll jeder innerhalb von zwei Wochen das Konto wechseln können – und zwar mit Unterstützung seiner alten Bank“, erklärte Sven Korschinowski, Partner im Bereich „Financial Services“ des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG gegenüber der „FAZ“.

Nach der Gesetzesänderung sollen sich Bankkunden bei einem Kontowechsel nicht mehr selbst um die Anpassung von Daueraufträgen und Lastschriften kümmern müssen. Entscheidet sich ein Verbraucher, sein Girokonto bei einem anderen Geldinstitut zu führen, sollen bestehende Aufträge und Ermächtigungen automatisch geändert werden.

Deutsche nicht in allen Bereichen wechselwillig

Einzelne Banken in Deutschland bieten bereits jetzt einen solchen Kontowechsel-Service an, künftig muss dies jedoch bei allen Geldhäusern Standard sein. Dazu muss die bisherige Bank alle Transaktionen einschließlich Daueraufträgen und Lastschriften der vergangenen 13 Monate bereitstellen.

Ob die Gesetzesänderung zu einem Anstieg der Kontowechsel in Deutschland führen wird, bleibt nach Einschätzung des KPMG-Experten Korschinowski abzuwarten. Bezüglich Anbieterwechseln zeigen die Deutschen keine einheitliche Tendenz: Während sie bei Mobilfunkanbietern durchaus wechselwillig sind, hält sich die Bereitschaft zum Anbieterwechsel bei Strom oder Gas in Grenzen.

Kontowechsel in Deutschland bislang wenig verbreitet

In England gibt es eine ähnliche Möglichkeit zum einfachen Kontowechsel bereits seit geraumer Zeit. Dort habe im vergangenen Jahr etwa ein Prozent der Bevölkerung das Girokonto gewechselt, so Zahlungsverkehrsexperte Korschinowski. Für Deutschland könne er sich einen etwas höheren Anteil vorstellen. Eine Umfrage der Comdirect Bank zeigt, dass nur etwa 20 Prozent der Deutschen überhaupt schon einmal ihr Girokonto gewechselt haben. Ebenso viele Befragte gaben an, an einem Kontowechsel prinzipiell interessiert zu sein, aber den damit verbundenen Aufwand zu scheuen. Diese Personengruppe könnte nach der Gesetzesänderung Konsequenzen ziehen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

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