Gesetzesentwurf stärkt Rechte von Bauherren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.03.2016

Ein Gesetzesentwurf soll die Position von Bauherren stärken und ihnen im Vertragsrecht mehr Möglichkeiten geben. Zum Beispiel müssen die Baufirmen ihnen verbindlichere Angaben zu Bauzeit und durchgeführten Arbeiten machen. Doch auch die Rechte der Baufirmen werden gestärkt, wenn es um die Mängelhaftung geht.

Künftig sollen Bauherren bei ihren Bauvorhaben besser abgesichert werden. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, hat die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf zur Reform des Bauvertragsrechts auf den Weg gebracht. Durch klarere Vorschriften sollen die Rechte von privaten Bauherren gestärkt werden. Doch auch Handwerker werden dadurch besser abgesichert.

Bauherren erhalten höhere Sicherheit

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Baufirmen künftig vorab eine Baubeschreibung zur Verfügung stellen müssen, in der er die einzelnen Leistungen und die verwendeten Materialien genau benennt. Dadurch können Bauherren laut Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Angebote verschiedener Firmen besser miteinander vergleichen. Außerdem müssen Bauverträge verbindliche Angaben zur Bauzeit enthalten, damit die Auftraggeber ihren Umzug ins Eigenheim planen können.

Ein Bauvertrag soll auch innerhalb von 14 Tagen durch die Bauherren widerrufen werden können. Dadurch sind sie flexibler, wenn es zum Beispiel Probleme mit der Baufinanzierung gibt. Zudem muss es den Auftraggebern möglich sein, zumutbare Änderungswünsche im Einvernehmen mit der Baufirma einzubringen. Der Bauunternehmer muss dann ein Angebot über die geänderten Leistungen abgeben. Allerdings können von ihm keine Arbeiten verlangt werden, die er nicht umsetzen kann.

Gesetzesentwurf ändert auch Mängelhaftung

Bereits jetzt ist rechtlich festgelegt, dass der Bauunternehmer einen Mangel beheben muss – bisher allerdings komplett auf eigene Kosten. Durch den neuen Gesetzesentwurf sollen auch die Handwerker besser geschützt werden: Wenn fehlerhafte Materialien die Ursache für den Baumangel sind, sollen die liefernden Firmen auch die Kosten für die Beseitigung des Mangels übernehmen müssen. So soll vermieden werden, dass die ausführenden Bauunternehmen nicht auf den Kosten sitzenbleiben.

Für Bauherren sieht der Gesetzesentwurf noch eine weitere Absicherung vor: Baufirmen sollen nur noch bis zu 90 Prozent des Gesamtpreises als Abschlagszahlung fordern dürfen, bevor das Haus fertiggestellt ist. So sollen Bauherren die Behebung von Mängeln künftig einfacher durchsetzen können.

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