Gesetzliche Krankenkassen: Milliarden-Überschuss

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.12.2016

Höhere Einnahmen, niedrigere Ausgaben als erwartet: Die gesetzlichen Krankenkassen stehen nach dem dritten Quartal 2016 finanziell sehr gut da. Sie erwirtschafteten einen Überschuss in Milliardenhöhe und konnten ihre Finanzreserven auf insgesamt 16 Milliarden Euro erhöhen. Ob die Versicherten davon finanziell profitieren werden, ist noch nicht bekannt.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Dreivierteljahr 2016 einen Überschuss von 1,55 Milliarden erwirtschaftet. Bereits zur Jahreshälfte waren die Kassen finanziell gut aufgestellt, den damaligen Überschuss haben sie nun allerdings beinahe verdreifacht.

Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen steigen auf 16 Milliarden Euro

Daten des Bundesgesundheitsministeriums zufolge nahmen die gesetzlichen Krankenkassen in den ersten drei Quartalen insgesamt rund 167,65 Milliarden Euro ein. Die Ausgaben, die dem gegenüberstanden, lagen mit 166,10 Milliarden Euro deutlich darunter. Die Reserven der gesetzlichen Krankenkassen sind damit auf mehr als 16 Milliarden Euro angewachsen. Verantwortlich für den Überschuss der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist unter anderem die gute Konjunktur, die den Kassen höhere Beitragseinnahmen beschert hat.

Gleichzeitig haben sich die Ausgaben im laufenden Jahr sehr positiv entwickelt. Sie stiegen lediglich mit 3,2 Prozent pro Versicherten in deutlich geringerem Ausmaß, als der Schätzerkreis für das Jahr 2016 prognostiziert hatte. Das aktuelle Plus ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums der niedrigste Zuwachs seit vier Jahren. Besonders niedrig fiel er mit 2,8 Prozent bei den Ausgaben für Arzneimittel aus. Deutlich gestiegen sind allerdings die Kosten in zwei anderen Bereichen: Für Präventionsleistungen gaben die gesetzlichen Krankenkassen 46 Prozent mehr aus, in die Hospiz- und Palliativversorgung investierten sie jeweils rund ein Viertel mehr als im Vorjahr. Diese Ausgaben bewertet das Gesundheitsministerium explizit als positiv.

Größter Überschuss bei den Ersatzkassen, rote Zahlen bei der IKK

Die gesetzlichen Krankenkassen mit den größten Überschüssen sind die Ersatzkassen mit 757 Millionen Euro auf der Haben-Seite. Überraschend ist das nicht, schließlich finden sich unter ihnen mit der Techniker Krankenkasse (TK) und der Barmer GEK die beiden mitgliederstärksten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) erwirtschafteten einen Überschuss von insgesamt 559 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKK) insgesamt 91 Millionen Euro. Bei der Knappschaft-Bahn-See belief sich das Plus auf 125 Millionen, bei der landwirtschaftlichen Krankenversicherung auf 26 Millionen Euro. Rote Zahlen schrieben allerdings die Innungskrankenkassen (IKK): Sie weisen ein Defizit von sieben Millionen Euro aus.

Sinkende Beiträge? Konsequenzen für Versicherte noch nicht bekannt

Welche Auswirkungen der Überschuss der gesetzlichen Krankenkassen auf die Versicherten haben wird, ist noch nicht bekannt. „Die positive Entwicklung 2016 bildet auch eine gute Ausgangsbasis für die Entwicklung in 2017 und den Folgejahren“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Ob sich dies durch mehr Netto vom Brutto bei Gehaltsüberweisungen auf den Girokonten der Versicherten bemerkbar machen wird, bleibt also abzuwarten. 

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

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