Gesetzliche Rente: Ist sie wirklich so schlecht wie ihr Ruf?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.03.2019

Immer wieder werden Arbeitnehmer dazu aufgerufen, etwas für die private Altersvorsorge zu tun. Doch nun zeigt sich: Selbst die gesetzliche Rentenversicherung bietet Chancen, sich ein Polster für das Alter zu schaffen – und dadurch sogar früher in Rente zu gehen.

Durch das Flexirentengesetz wurden freiwillig höhere Einzahlungen ermöglicht. Viele Menschen bevorzugen diese Art der Altersvorsorge vor der Einzahlung in Banken und private Versicherungen. Ist dieses Modell, das die Rente mit 63 ermöglicht, erfolgsversprechend?

Die Rente aufstocken: Viele Menschen entscheiden sich dafür

Zu wenig Rente im Alter: Diese Sorge teilen viele deutsche Bürger. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen für eine zusätzliche Absicherung. Doch statt ihr Geld bei Banken oder Versicherungen anzulegen, wählen viele Personen die freiwillige Zusatzeinzahlung in die gesetzliche Rentenkasse. Möglich macht es das so genannte Flexirentengesetz: Seit drei Jahren können Personen ab 50 Jahren mehr Beiträge zahlen, um dann mit 63 Jahren in Rente zu gehen. Die frühere Rente als Kapitalanlage? Das erscheint wie ein Misstrauensvotum gegen die Geldinstitute und Kapitalanlegegesellschaften und verwundert auf den ersten Blick. Denn: War es nicht früher eher die Rentenversicherung selbst, die für Misstrauen sorgte und Anleger in die private Zusatzvorsorge trieb? Heute scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Die Gründe sehen Anlage-Experten in den niedrigen Zinsen und unkalkulierbaren Kapitalmärkten, welche die Anleger mit der Geldanlage auf der Bank erwarten. Außerdem nehme die gesetzliche Rentenversicherung keinerlei Gebühren für Zusatzzahlungen. Ein weiterer Bonus: Wer mehr einzahlt, profitiert auch mehr – beispielsweise von den Rentenerhöhungen, die allein dieses Jahr im Westen um 3,18 Prozent und im Osten sogar um 3,91 Prozent ansteigen.

Flexirentengesetz: Nicht für alle nutzbar

Allerdings ist es nicht jedem Arbeitnehmer möglich, die Zusatzbeiträge aufzubringen. Das liegt daran, dass es in Deutschland immer schwerer wird, bis ins Alter eine gut bezahlte Stelle zu finden. Für diese Personengruppe ist nicht nur das Flexirentengesetz wenig hilfreich; auch Angebote wie das Riester-Modell werden aufgrund komplizierter, bürokratischer Aspekte eher abgelehnt. Zwar steigen Mindestlohn und Grundrente auch 2019 wieder einmal an, für eine solide Rente im Alter scheint das aber nach wie vor nicht zu reichen. Ziel für den Bund muss es sein, die gesetzliche Rentenversicherung als Hauptsäule für die Sicherung im Alter zu erhalten. Das gelingt aber nicht nur durch das Flexirentengesetz, das besser bezahlten Bürgern eine zusätzliche Chance auf eine frühere, bessere Rente ermöglicht. Auch am Ende der Einkommensskala müssen Arbeitnehmer Wahlmöglichkeiten für die persönliche Altersvorsorge treffen können.

Quelle: sueddeutsche.de

Spartipps und News:

Newsletter abonnieren & gratis PDF erhalten

Durch die Nutzung von FinanceScout24 stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.