Gesetzlicher Mindestlohn hat Stellen geschaffen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.01.2016

Seit Anfang 2015 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland. Experten hatten in diesem Zusammenhang einen Rückgang von Stellen befürchtet, doch eine aktuelle Studie zeigt: In allen Branchen sind zwar Stellen für geringfügig Beschäftigte weggefallen, andererseits wurden aber auch neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse begründet.

Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gilt seit Jahresbeginn 2015. Nachdem Experten in diesem Zusammenhang von einem Abbau von Stellen ausgegangen waren, zeichnet eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nun ein anderes Bild: Wie der „Spiegel“ mit Bezug auf die Studie berichtet, sind im Bereich der geringfügigen Beschäftigung zwar 40.000 Jobs komplett weggefallen, auf der anderen Seite erhielten aber auch über 50.000 Menschen aus diesem Bereich reguläre Stellen.

Gesetzlicher Mindestlohn sorgt für Rückgang bei Minijobs

Das IAB ist eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit und hat sich zunächst auf die Daten des ersten Halbjahrs 2015 konzentriert. Von Dezember 2015 zu Januar 2015 gab es einen Rückgang von rund 457.000 Minijobs – im Vergleichszeitraum 2013/2014 war der Rückgang um rund 100.000 Stellen niedriger. Somit lässt sich dieser Abbau von Minijobs für die Arbeitsmarktforscher auf die Einführung des Mindestlohns zurückführen.

Gleichzeitig sind aber auch knapp 52.000 sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen worden, deren Inhaber nun über ihre Arbeitsstelle in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Für die Forscher stehen diese neuen Arbeitsverhältnisse ebenfalls in Zusammenhang mit der Mindestlohnregelung.

Mehr sozialversicherungspflichtige Stellen in allen Branchen

Im Verkauf sind laut der Studie rund die Hälfte der weggefallenen Minijobs in reguläre Stellen umgewandelt worden, eine ähnliche Entwicklung war auch bei Reinigungsberufen, in der Gastronomie, im Taxigewerbe sowie bei Speditionen und Kurierdiensten zu verzeichnen. In Branchen mit niedrigem Lohnniveau war die Übergangsquote von geringfügige in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung besonders hoch, ein solcher Wechsel fand aber Anfang 2015 in allen Branchen statt. Ein gesetzlicher Mindestlohn sorgt also nicht zwangsläufig für einen generellen Stellenabbau.

Zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen gibt es dabei kaum Unterschiede: Der Rückgang der geringfügigen Beschäftigung fand jeweils in einem ähnlichen Verhältnis statt. Allerdings sind rund zwei Drittel der Arbeitnehmer mit Minijobs Frauen, sodass der absolute Rückgang in dieser Gruppe höher ist.

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