Gesundheits-Apps: Höhere Krankenkassenbeiträge?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.02.2015

Sie sind praktisch, um die eigene Gesundheit zu überwachen oder ein paar Kilos abzuwerfen: Gesundheits-Apps sind äußerst beliebt. Doch bringen die praktischen Helfer gegebenenfalls datenschutzrechtliche Probleme mit sich? Und könnten sie am Ende sogar zu höheren Krankenkassenbeiträgen führen, wie einige Politiker befürchten?

Im Gegensatz zu einigen Datenschützern hegt die Bundesregierung keine Befürchtungen, dass Gesundheits-Apps von Krankenversicherern zu Datenschutz-Problemen für Verbraucher führen könnten, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Andere Stimmen hingegen kritisieren diese Haltung: Abgeordnete der Linken hatten eine Kleine Anfrage zu den Plänen der Generali-Gruppe, eine eigene Gesundheits-App namens „Vitaly“ auf den Markt zu bringen, an die Bundesregierung gestellt. Versicherte können mit dem Gesundheitsprogramm ihr Verhalten im Alltag dokumentieren – dazu gehört beispielsweise das Zählen von Schritten. Krankenkassen-Mitglieder, welche die App nutzen, können sich so Belohnungen verdienen.

Beiträge dürfen bei Verweigerung von Gesundheits-App nicht erhöht werden

Die Linksfraktion befürchtet, dass Nachteile für Versicherte entstehen könnten, welche die Gesundheits-App nicht nutzen möchten, weil sie ihre Daten nicht preisgeben wollen. So äußert die Linke Bedenken, dass möglicherweise höhere Krankenkassenbeiträge auf Mitglieder zukommen, die nicht an dem datensammelnden Gesundheitsprogramm teilnehmen. Die Bundesregierung versucht, Kritikern diese Sorge mit dem Verweis auf Paragraf 203 Versicherungsvertragsgesetz zu nehmen. Der Paragraf regelt die Voraussetzungen, unter denen die Beiträge für eine Private Krankenversicherung erhöht werden dürfen. In der Antwort der Bundesregierung an die Linke wird versichert, dass die bewusste Nicht-Teilnahme an einer Datensammlung nicht dazu gehöre. Verbraucher müssen also nicht befürchten, dass sie benachteiligt und mit höheren Krankenkassenbeiträgen abgestraft werden, wenn sie die Gesundheits-App nicht verwenden.

Zukunft von Gesundheits-Apps ungewiss

Fest steht: Gesundheits-Apps sind auf dem Vormarsch. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden viele Versicherer nachziehen und ähnliche Angebote entwickeln, um Anreize für ihre Mitglieder zu schaffen. Um weitere Voraussagen zu treffen, wie sich Gesundheits-Apps auf den Datenschutz und die Krankenkassenbeiträge auswirken könnten, muss zunächst abgewartet werden. Immerhin steht bislang nicht einmal fest, wie die Generali-App von Versicherten angenommen werden wird: „Auch hier gilt: Die Bundesregierung tritt dafür ein, in der digitalen Welt Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft herauszustellen“, heißt es dazu aus Berlin. Tarifangebote, die Bonuszahlungen vorsehen, seien grundsätzlich möglich.

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