Girokonten im Test: Wenn Banken abkassieren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.08.2017

Was lange Zeit kostenlos war, erliegt jetzt einer flächendeckenden Gebührenwelle. Für die Besitzer von Girokonten wird es ernst, Banken und Sparkassen verteuern die Kontoführung zusehends. Angesichts neuer Kontomodelle und zahlungspflichtiger Leistungen ist das kostenlose Girokonto vom Aussterben bedroht. Die Stiftung Warentest hat 245 Kontomodelle unter die Lupe genommen und genau verglichen, wo Kosten schlummern.

Viele Kreditinstitute erheben bereits Kontoführungsgebühren und verteuern ihre Leistungen. Auch für das Girokonto, früher ein in der Regel kostenloses Produkt, werden von Kreditinstituten flächendeckend Entgelte erhoben. Die Stiftung Warentest hat jetzt 245 Kontomodelle auf den Prüfstand gestellt und verglichen, welche von ihnen mit zahlungspflichtigen Leistungen finanziellen Tribut fordern.

Kostenlose Girokonten als Auslaufmodel

Bis Anfang Juli dieses Jahres haben die Experten von Finanztest den Markt für Girokonten genau unter die Lupe genommen und 245 Kontomodelle von 110 Banken auf ihre Konditionen geprüft. Der Test ergab, dass lediglich 23 Produkte bedingungslos kostenfrei sind. Auch bei Girokonten, deren Gebührenfreiheit an Bedingungen wie den monatlichen Geldeingang geknüpft ist, geht der Trend zum Abbau. Die Finanzexperten nutzten für die Erhebungen einen Modellkunden, der sein Konto lediglich online nutzt. 

Dabei handelt es sich nicht nur um die günstigste Art der Kontoführung, sondern sie entspricht auch den Gewohnheiten der Hälfte aller deutschen Bankkunden. Als Höchstwert für die jährlichen Kosten, samt Girocard und Online­Buchungen, empfiehlt das Portal 60 Euro im Jahr. Diese Grenze kann auch von Banken mit herkömmlichen Filialen gehalten werden. Dennoch erheben einige Kreditinstitute bis zu 250 Euro im Jahr. Bankkunden, die über der 60-Euro-Grenze liegen, empfiehlt Finanztest den Wechsel.

Weitere Erkenntnisse des Tests

Eine gute Nachricht des aktuellen Vergleichs von Girokonten war das nahezu lückenlose Angebot zum Online-Banking. Das klassische iTan-Verfahren stehe laut Test jedoch kurz vor dem Aus. Zu unsicher seien die papierenen Listen, die immer noch rund ein Viertel der Bankkunden bevorzugen. Eine Vielzahl der Banken will das Verfahren in nächster Zukunft einstellen und auf sichere Alternativen umsteigen, die aus den Überweisungsdaten erzeugt, begrenzt gültig und mit separaten Geräten erstellt sind. 

Weiter empfiehlt Finanztest vor dem Wechsel des Girokontos ein Gespräch mit der bestehenden Bank, über Konditionen und Kontomodelle. Soll dennoch ein neues Konto ausgewählt werden, empfehlen die Experten eine genaue Prüfung von eigenem Bedarf, Wechselbedingungen sowie den Modellen des neuen Kreditinstituts. Für Bankkunden, die auf der Suche nach günstigeren Girokonten sind, bietet Finanztest eine Aufschlüsselung aller Angebote an.

Quellen: Test.de, Handelsblatt

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