GKV: Mitgliederrekorde halten Krankenkassenbeiträge stabil

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.07.2017

Dank der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland sollen die von Arbeitnehmern zu entrichtenden Zusatzbeiträge für die gesetzliche Krankenversicherung auch im Jahr 2018 stabil bleiben. Dass die Einnahmen stärker steigen als die Ausgaben, ist auch auf die große Zahl an Zuwanderern zurückzuführen, die den Kassen als Neuversicherte einen neuen Mitgliederrekord bescheren.

 

Die stabile deutsche Konjunktur und die mit ihr einhergehende „deutlich verbesserte Finanzsituation“ sind laut Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, Grund dafür, dass die Zusatzbeiträge für die gesetzliche Krankenversicherung auch 2018 stabil bleiben sollen. Arbeitsmigranten aus der Europäischen Union, anerkannte Flüchtlinge und ehemalige Privatversicherte sorgen außerdem für einen neuen Mitgliederrekord. Allein 2016 seien 798.000 Menschen neu bei den Krankenkassen versichert worden.

Einnahmen steigen schneller als Ausgaben

Entgegen früherer Prognosen können die rund 71 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland für das kommende Jahr mit stabilen Krankenkassenbeiträgen rechnen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung und zahlreiche neuversicherte Zuwanderer könnten nach Doris Pfeiffer, der Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes, der Grund dafür sein, dass die Einnahmen der Kassen derzeit ihre Ausgaben übersteigen. Denn zwar hätten die Ausgaben pro Versichertem 2016 um 3,1 Prozent zugenommen, gleichzeitig seien aber auch die Einnahmen parallel um 3,5 Prozent gestiegen. „Für 2018 rechnen wir nicht damit, dass der durchschnittliche Kassenbeitrag erhöht wird“, sagte Pfeiffer am vergangenen Donnerstag vor Journalisten in Groß Behnitz.

Neuversicherte für Kassen günstiger als Altmitglieder

Die Neumitglieder, vor allem junge Zuwanderer aus den EU-Mitgliedsstaaten, Flüchtlinge mit Asylberechtigung und ehemalige Privatversicherte, bescheren den Krankenkassen derzeit einen neuen Mitgliederrekord und sorgen außerdem dafür, „dass der Altersdurchschnitt der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr steigt“, so Pfeiffer. Zusätzlich verursachen die Neuversicherten mit circa einem Euro pro Tag geringere Kosten als die Altmitglieder, welche die Kassen im Schnitt knapp drei Euro täglich kosten. 

Pfeiffer räumte ein, dass Hartz-IV-Empfänger in der Datenerhebung nicht berücksichtigt wurden, da sie die Kassenfinanzen belasten könnten. Nachdem die Kassen im ersten Quartal ein Plus von rund 612 Millionen Euro verzeichnen können, rechnen sie bis zum Jahresende mit einem Überschuss von mindestens 1,5 Milliarden Euro.

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Quellen: Handelsblatt, Wirtschafts Woche, Südwest Presse

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