Gratiskonto immer seltener

Zuletzt aktualisiert am 04.10.2019

Im Zuge der EZB-Geldpolitik müssen Banken immer tiefer in die Tasche greifen – und geben die Kosten an ihre Bankkunden weiter. Das kostenlose Girokonto ist daher immer seltener und oft nur bei einer reinen Online-Kontoführung verfügbar.

Viele Banken, die noch ein Gratiskonto anbieten, knüpfen es an bestimmte Bedingungen oder verlangen für andere Leistungen eine Gebühr. Auch ist angesichts der Niedrigzinsen nicht abzusehen, wann der Gebührenanstieg bei den Geldinstituten nachlässt.

Reines Online-Konto erspart oft noch die Gebühr

Insgesamt 106 Banken bieten derzeit noch deutschlandweit ein Konto ohne eine monatliche Gebühr an. Auf den ersten Blick ist das zwar eine recht große Auswahl, doch bei 1.297 durch die FMH-Finanzberatung getesteten Banken und insgesamt 3.500 Kontomodellen eine ernüchternde Bilanz.

Und es geht noch weiter: Auch bei den entgeltfreien Girokonten gibt es je nach Anbieter Einschränkungen; beispielsweise ist ein Mindestgeldeingang die Bedingung oder für andere Leistungen – wie etwa einzelne Überweisungen – entstehen dem Bankkunden Kosten.

Die beste Option für Verbraucher, die bei den Kontoführungsgebühren sparen möchten, ist das reine Online-Konto. Dieses ist laut FMH-Finanzberatung aktuell noch bei den folgenden Banken kostenfrei: Comdirect, Consorsbank, ING, Norisbank, Santander, Deutsche Skatbank, DKB und Targobank. Die drei letztgenannten Banken verlangen für die gratis Kontoführung allerdings einen monatlichen Mindestgeldeingang, der von 600 Euro (Targobank) bis 1.000 Euro (Deutsche Skatbank) reicht.

Weitere Erhöhungen drohen

Und was ist mit der Bargeldverfügung? Für diese muss je nach Bankinstitut ebenfalls tief in die Tasche gegriffen werden. Die genannten Banken verzichten hierbei aber bei bestimmten Automaten auf eine Gebühr. Deren Verfügbarkeit variiert allerdings je nach Bank. So verfügen Kunden der Deutschen Skatbank beispielsweise über insgesamt 18.500 Geldautomaten, Comdirect-Kunden müssen sich mit etwas weniger als der Hälfte (9.000) zufriedengeben.

Für Targobank-Kunden besteht hingegen nur an 3.000 Automaten die Möglichkeit, kostenlos Bargeld abzuheben. Dass weitere Erhöhungen der Bankgebühren drohen, ist abzusehen – mittlerweile müssen Geldinstitute 0,5 Prozent Minuszinsen an die Europäische Zentralbank zahlen. Diese Gebühren für die Bankeinlagen werden durch Kosten für die Kontoführung oder Serviceleistungen letztlich von den Kunden getragen. Immerhin: Eventuell steigende oder erstmals erhobene Gebühren müssen dem Bankkunden mindestens zwei Monate im Voraus schriftlich angekündigt werden.

Quelle: finanzen.net

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