Griechenlandkrise lässt Börsenkurs einbrechen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.06.2015

Die anhaltende Angst vor dem Grexit lässt die Börsenkurse weiter einbrechen. Nachdem am Wochenende erneut kein Kompromiss im griechischen Schuldendrama gefunden wurde, startete der DAX am Montag mit einem Minus von 1,1 Prozent. Die Börse in Athen reagierte noch drastischer. In der Griechenlandkrise drängt Ministerpräsident Alexis Tsipras weiter auf einen Schuldenerlass.

Am Wochenende ist ein neuer Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in der Griechenlandkrise gescheitert. Die Börsen starteten darauf ebenso nervös in die neue Woche wie sieben Tage zuvor. Wie die Nachrichtenagentur „dpa“ meldet, fiel der DAX zum Wochenanfang auf 11.070 Punkte, ein Minus von 1,1 Prozent. Nach einer Achterbahnfahrt in der Vorwoche schloss der deutsche Leitindex am Freitag mit 11.200 Punkten, einem Wochenminus von 1,2 Prozent. Nun geht die Talfahrt der Börsenkurse offenbar weiter. Wie unruhig es derzeit an den Börsen ist, zeigt eine Handelsspanne von 600 Punkten in der vergangenen Woche.

In Athen stürzen Börsenkurse noch deutlicher ab

Noch drastischer reagiert das Börsenbarometer in Griechenland. Der Athener Leitindex brach mit einem Minus von 6,3 Prozent regelrecht ein. Der griechische Bankenindex stürzte sogar mit 12,5 Prozent in die Tiefe. Die Hintergründe für diese Verunsicherung liegen auf der Hand. Ende Juni läuft das EU-Hilfsprogramm für Griechenland aus. Zudem muss Athen rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Wenn bis dahin keine Einigung gefunden wird, droht erneut der Staatsbankrott. Die Angst vor dem Grexit, dem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone, bleibt bestehen und verunsichert weiter die weltweiten Finanzmärkte. Auch die Börsenkurse in den USA und Asien haben angesichts des Griechenlanddramas den Rückwärtsgang eingelegt.

Weiter kein Kompromiss in der Griechenlandkrise

Am Donnerstag steht das nächste Treffen der 19 Euro-Finanzminister ist Luxemburg an. Die Fronten sind jedoch verhärtet. Das wurde am Wochenende einmal mehr deutlich, als EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker Vermittlungsgespräche abbrach. Finanzminister Yanis Varoufakis drängt auf einen Forderungsverzicht der Geldgeber und längere Laufzeiten für Kredite. Die Hellenen stemmen sich vor allem gegen Forderungen des IWF nach weiteren Einschnitten bei der Rente und einer Erhöhung der Mehrwertsteuer.

EU-Kommissar Günther Oettinger sieht kaum eine Lösung für die Griechenlandkrise und geht indes bereits von dem Schlimmsten aus. Laut „Spiegel Online“ fordert er einen Notfallplan für den Fall, dass Griechenland am 1. Juli aus dem Euro ausscheidet. Parallel zu den Rettungs-Verhandlungen solle die EU in den Bereichen Energie, Polizei und Medizin Griechenlands Vorkehrungen für den Worst Case treffen.


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