Größte Änderung beim Banking seit Jahren tritt in Kraft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.01.2018

Schon im vergangenen Jahr beschlossen, tritt die sogenannte „PSD2“-Richtlinie zum 13. Januar in Kraft. Hinter dem Gesetz versteckt sich eine der größten Änderungen im Banking seit Jahren, mehr als eine Milliarde Konten soll betroffen sein. Ab sofort haben Banken nicht mehr das Monopol beim Zugriff auf Kontodaten. Dadurch soll das Banking für Verbraucher viel bequemer, günstiger und sicherer werden.

Schon in den letzten Wochen sollten viele Bankkunden ein Schreiben ihrer Bank erhalten haben. Unter dem schnöden Betreff „Änderungen von Vertragsbedingungen“ steckt eine neue EU-Richtlinie. Mit ihr will Brüssel den Wettbewerb im Zahlungsverkehr fördern, der bisher ein Monopol von Banken war. Künftig können auch Drittanbieter Zugriff auf die Kontodaten von Verbrauchern haben – aber nur mit ausdrücklicher Zustimmung.

Kein Monopol mehr für Banken

Bisher wussten nur Banken, wie viel Geld Privatkunden haben und wofür sie es ausgeben. Auf Basis dieser Informationen lassen sich leicht weitere Dienstleistungen anbieten: Kredite, Versicherungen oder Wertpapiere sind nur einige der Möglichkeiten. Dieses Monopol ließen sich die Kreditinstitute gut bezahlen, was vor allem zu Lasten der Verbraucher geschah. Doch damit soll laut der EU jetzt Schluss sein. Mit der neuen Richtlinie haben auch Drittanbieter wie Finanz-Start-Ups Zugriff auf die Daten.

Zumindest, wenn eine entsprechende Zustimmung der Kontoinhaber vorliegt. Dadurch sollen Verbraucher beispielsweise bei Tagesgeldern bessere Zinsen erhalten. So gibt es etwa Anbieter, die die Konditionen für Tagesgelder automatisch miteinander vergleichen. Durch den direkten Zugriff auf die Kontodaten kann der Vergleich viel individueller und passgenauer erfolgen. Dadurch kann der Verbraucher in kürzester Zeit das für ihn beste Angebot für Tagesgeldzinsen finden. Selbiges gilt etwa für Sparpläne, Depots oder sogar ganze Baufinanzierungen.

Hoheit der Daten beim Kunden

Wer jetzt befürchtet, dass Daten unkontrolliert weitergegeben werden, der kann beruhigt sein. Denn die Weitergabe muss vom Verbraucher ausdrücklich erlaubt werden. Erst dann ist die eigene Hausbank dazu berechtigt, den Drittanbieter auf das Konto schauen zu lassen. „Kunden können sich auf Datensicherheit verlassen“, betont der Bundesverband deutscher Banken.

Quelle: Focus

Einmal monatlich Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!