Trend: Großbanken setzen auf Fintech-Start-ups

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.06.2015

Immer mehr renommierte Banken arbeiten mit jungen „Fintech“-Unternehmen zusammen, um deren Finanztechnologien nutzen zu können. Zuletzt war auch die Deutsche Bank am Start-up-Markt aktiv. Die aufstrebenden Unternehmen profitieren ebenfalls von der Symbiose – unter anderem durch den Zugang zu den Kundeninformationen der Großbanken.

In der Finanzbranche zeichnet sich ein neuer Trend immer deutlicher ab: Große, aber oftmals schwerfällige Kreditinstitute nutzen die kundenfreundlichen Lösungen agiler Start-up-Unternehmen. Da die kleinen Unternehmen zumeist aus dem Bereich der Finanztechnologie kommen, werden sie kurz als „Fintech“-Firmen bezeichnet.

Die Fintech-Branche boomt

Laut Informationen der „Welt“ hat es in Deutschland in den vergangenen Jahren gut 150 Fintech-Neugründungen gegeben. Und die großen Banken beobachten die Branche interessiert: Einer Umfrage des IT-Spezialisten GFT Technologies zufolge planen über die Hälfte der großen deutschen Institute, ihre eigene Digitalisierung über den Austausch mit Fintech-Firmen voranzutreiben. In anderen europäischen Ländern wie Italien oder Spanien sind die Bankenchefs der Studie zufolge zurückhaltender auf diesem Gebiet.

Einfachere Überweisungen dank Fintech

Aktuelles Beispiel für eine Zusammenarbeit zwischen Großbank und Start-up: die Kooperation der Deutschen Bank und dem Münchner Fintech-Unternehmen Gini. Die gut vier Millionen Kunden der Deutschen Bank, die ihr Girokonto online führen, können dies dank der Gini-Überweisungssoftware jetzt bequemer erledigen. Wie die „Welt“ berichtet, müssen Kunden Rechnungen mit Bankdaten lediglich in eine Zwischenablage kopieren, das Programm würde dann alle wichtigen Informationen automatisch in die Überweisungsmaske übernehmen. Die Deutsche Bank prüft nach eigenen Angaben weitere Fintechs, die für zukünftige Kooperationen in Frage kommen könnten. Auch konkurrierende Institute drängen auf den Fintech-Markt. Laut „Welt“ will der Berliner Ableger der Sparda-Bank bald mit dem Kredit-Fintech Zencap zusammenarbeiten. Die Consorsbank kooperiert bereits mit dem Crowdinvesting-Dienst Seedmatch, die Deutsche Kreditbank (DKB) mit Cringle, einem App-Anbieter, der sich auf das Geldversenden per Smartphone-App spezialisiert hat.

Innovationen gegen Kunden – Anreize für eine Symbiose

Digitalisierung des Geschäfts, kundennahe Lösungen: Die Anreize für Großbanken, mit Fintech-Unternehmen zusammenzuarbeiten, scheinen klar. Doch wie profitieren die Start-ups von der Zusammenarbeit? Laut „Welt“ ist es vor allem das Prestige, das von den Banken auf die jungen Unternehmen abstrahlt. Außerdem profitieren sie vom großen Kundenstamm der Kreditinstitute. Neun Millionen Privatkunden hat allein die Deutsche Bank – eine Zielgruppe, die ein 20-Mitarbeiter-Start-up wie Gini aus eigener Kraft kaum ansprechen könnte. Raffael Johnen vom Kredit-Fintech Auxmoney bringt es auf den Punkt: „Kooperationen mit Banken geben uns einen Vertrauensvorschuss bei unseren Kunden.“

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