Altersarmut: Mehr Rentner benötigen Grundsicherung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.08.2015

Die Altersarmut in Deutschland wächst. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts erhielten im März knapp 512.000 Rentner die staatliche Grundsicherung. Vor allem in Hamburg können viele Menschen im Rentenalter nicht von ihrem Einkommen leben. In den ostdeutschen Bundesländern sind deutlich weniger Rentner auf Unterstützung vom Staat angewiesen. Experten sagen allerdings auch hier einen Anstieg der Altersarmut voraus.

Immer mehr deutsche Rentner sind auf die staatliche Grundsicherung angewiesen. Dies geht aus jüngst veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach erhielten im März 2015 bundesweit knapp 512.000 Rentner die Leistung. Bei 31 von 1.000 deutschen Senioren reicht also das eigene Geld nicht zum Leben.

Grundsicherung wird im Osten Deutschlands seltener benötigt

Vor allem ältere Frauen in den alten Bundesländern sind besonders häufig auf diese spezielle Form der Sozialhilfe angewiesen. 34 von 1.000 Frauen im Rentenalter bezogen in Westdeutschland im März 2015 die Grundsicherung, bei den Männern waren 28 von 1.000 darauf angewiesen. In den ostdeutschen Bundesländern wird die Leistung deutlich seltener in Anspruch genommen, zudem gibt es hier keine Schere zwischen weiblichen und männlichen Beziehern. Sowohl bei Männern als auch Frauen im Rentenalter beziehen jeweils 19 von 1.000 die staatliche Grundsicherung. Am seltensten wurde die Leistung in Thüringen und Sachsen benötigt. Allerdings gehen Experten wie Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, davon aus, dass die Altersarmut in Ostdeutschland künftig deutlich zunehmen wird.

Hamburger Rentner besonders häufig von Altersarmut betroffen

Aktuell scheinen Rentner in Großstädten besonders häufig auf Unterstützung vom Staat angewiesen zu sein: In Hamburg sind mit 69 von 1.000 mehr als doppelt so viele Rentner wie im Bundesdurchschnitt auf die Grundsicherung angewiesen. Hinter den Hanseaten belegen mit Bremen (59) und Berlin (49) zwei weiter Großstädte die oberen Plätze der Statistik. „Es rollt eine Lawine der Altersarmut auf uns zu“, zitiert die Presseagentur dpa den Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. „In den nächsten zehn bis 15 Jahren werden immer mehr Menschen ohne hinreichende Rentenansprüche das Rentenalter erreichen.“ Und selbst wenn ausreichend Rentenpunkte angesammelt wurden, reicht die Regelaltersrente bei vielen Senioren nicht aus. Ohne private Altersvorsorge lässt sich der gewohnte Lebensstandard nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben meist kaum halten.

Die staatliche Grundsicherung ist eine Sozialleistung, die sowohl Rentner als auch Personen mit dauerhaft geminderter Erwerbsfähigkeit beantragen können. Im März 2015 wurde ein durchschnittlicher Bedarf in Höhe von 758 Euro monatlich festgelegt. Da das Einkommen teilweise vom Bruttobetrag abgezogen wird, lag die Netto-Grundsicherung im Schnitt bei 480 Euro.

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