Hamburger Sparkasse führt Negativzinsen ein

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.02.2017

Niedrige Zinsen und zunehmende Inflation hatten Sparern schon länger Anlass zur Sorge gegeben. Mit der Ankündigung von Negativzinsen haben sich nun auch letzte Befürchtungen bewahrheitet. Die Hamburger Sparkasse Haspa bittet ihre Firmenkunden zur Kasse und fordert Zahlungen für Einlagen statt Zinsen zu zahlen. Privatkunden wolle das Geldhaus zwar so lange wie möglich verschonen, doch sei die Einführung negativer Zinsen auch für sie nicht auszuschließen.

Sparer zahlen lassen: Diesen Schritt geht nun die erste deutsche Sparkasse. Die Hamburger Haspa fordert von institutionellen Anlegern und Firmenkunden Zahlungen für Rücklagen statt Zinsen auszuzahlen. Nach steigenden Inflationsraten und rückläufigen Zinsen sehen sich nun auch viele private Sparer bedroht. Die Haspa hat zunächst angekündigt, diese so lange wie möglich vom Negativzins auszuschließen. Eine dauerhafte Vermeidung könne das Kreditinstitut jedoch nicht garantieren.

Negativzinsen als notwendiger Schritt

Laut der Hamburger Sparkasse ist die Einforderung von Negativzinsen bei einigen Kunden unumgänglich. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt seit März 2016 bei 0,0 Prozent und Banken müssen für Geldeinlagerungen Strafzinsen zahlen. Die langfristig negative Zinspolitik der EZB mache die Zahlung von Verwahrungsentgelten durch institutionelle Anleger und Firmenkunden notwendig. Mit diesen führe die Haspa derzeit Gespräche und betonte, dass der Zinssatz sich nach dem jeweiligen Geschäftsumfang richte.

Doch auch Privatkunden könne keine dauerhafte Vermeidung des Negativzinses zugesagt werden. Haspa-Kunden könnten also gut beraten sein, sich bereits im Girokonto-Vergleich nach Alternativen umzusehen. Nach dem Ranking des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ist die Haspa mit ihren 150 Filialen die größte Sparkasse der Republik nach Bilanzsumme, aber auch Kundeneinlagen. Zuvor hatten bereits andere Banken Minus-Zinsen für Firmenkunden eingeführt, doch nun sehen auch viele private Sparer ihre Ersparnisse in Gefahr.

Kontogebühren und Kartenzuschläge steigen

Derzeit erhalten die Privatkunden der Haspa noch eine minimale Verzinsung von 0,03 Prozent im Jahr. Für einen Zuwachs von drei Euro müssten demnach 10.000 Euro auf der hohen Kante liegen. Die Angst vor Minus-Zinsen können Sparer zum Beispiel mit der Anlage auf Festgeldkonten mindern. Trotz der vorläufigen Schonfrist bekommen sie bereits jetzt die Schwierigkeiten der Kreditinstitute zu spüren. Viele Banken erhöhen die Gebühren für Konten und Karten.

Quellen: Focus, Tagesschau

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