Hartz IV: Regelsätze ab 2017 teils deutlich höher

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.08.2016

Die Regelsätze sollen für die meisten Hartz-IV-Bezieher ab Januar 2017 steigen, teilweise um über zwanzig Euro. Grundlage für die Erhöhungen sind statistische Untersuchungen. Der entsprechende Gesetzesentwurf wird allerdings auch von mehreren Seiten kritisiert.

Ab dem 1. Januar 2017 sollen für Hartz-IV-Empfänger laut einem Gesetzesentwurf von Bundesarbeitsministerien Andrea Nahles (SPD) neue Regelsätze gelten. Bezieher erhalten dann einige Euro mehr pro Monat auf ihr Girokonto. Das größte Plus gibt es für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren.

Mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger

Der Gesetzesentwurf sieht eine Anhebung einiger Regelsätze vor: So sollen ab Januar 2017 alleinstehende Langzeitarbeitslose 409 Euro statt derzeit 404 Euro im Monat erhalten. Bei Paaren in einer Bedarfsgemeinschaft steigt der Regelsatz von 364 auf 368 Euro pro Person. Die größte Steigerung soll für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren erfolgen: Für sie gibt es 291 Euro pro Monat und damit 21 Euro mehr als aktuell. Für Jugendliche steigt der Satz um fünf Euro auf 311 Euro. Für Kinder unter sechs Jahren erhalten die Eltern allerdings weiterhin den monatlichen Regelsatz von 237 Euro. Eine weitere Änderung ist geplant: Bewohner von Wohngemeinschaften sollen ab 2017 den Satz für Alleinlebende erhalten und werden dadurch bessergestellt. Wenn das Gesetz in dieser Form in Kraft tritt, sind Mehrkosten von 589 Millionen Euro im Jahr zu erwarten.

Neue Regelsätze beruhen auf statistischen Erhebungen

Grundlage für die Erhöhungen ist einerseits der Anstieg von Preisen und Gehältern, an den die Hartz-IV-Regelsätze nun angepasst werden sollen. Andererseits wurde eine neue Statistik über die Lebensverhältnisse von Privathaushalten berücksichtigt. Dafür wurden Haushalte am unteren Ende der Einkommensskala untersucht. An den geplanten Regelsätzen wird nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) allerdings auch Kritik laut: So wirft Katja Kipping (Die Linke) Nahles ein bewusstes Kleinrechnen des Existenzminimums vor. Der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Sozialverband Deutschland halten die neuen Regelsätze für „viel zu niedrig“ und „willkürlich“.

Quelle: FAZ

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