Haushalten drohen 2017 spürbar höhere Stromkosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.11.2016

Die Stromkosten werden wohl auch im kommenden Jahr für deutsche Verbraucher nicht sinken. Es sind zwei Faktoren, die Energie für die Privathaushalte trotz fallender Preise an den Strombörsen weiter verteuern: die EEG-Umlage und die Netzentgelte. Es gibt jedoch regionale Unterschiede.

Die privaten Haushalte in der Bundesrepublik müssen sich auch 2017 wieder auf steigende Stromkosten einstellen, so die Einschätzung zahlreicher Experten. Preistreiber sind erneut die EEG-Umlage und steigende Netzentgelte.

EEG-Umlage erreicht 2017 neuen Höchststand

Die Höhe der EEG-Umlage für 2017 steht bereits seit Mitte Oktober fest: Sie wird im kommenden Jahr auf einen neuen Höchststand von 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigen. Mit dieser Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wird die Differenz zwischen der Einspeisevergütung für Produzenten von Ökostrom und dem Börsenstrompreis ausgeglichen. Je niedriger der Strompreis an der Börse, desto höher fällt also die EEG-Umlage aus. 

Und derzeit ist der Strom an der Leipziger Strombörse für die Energieversorger so günstig zu haben, wie nie zuvor. Die Anhebung der EEG-Umlage bedeutet für einen Durchschnittshaushalt mit drei Personen und einem Verbrauch von 3.800 Kilowattstunden pro Jahr rund 20 Euro mehr an Stromkosten. Würden die Energieversorger die gesunkenen Preise an die privaten Haushalte weitergeben, fiele die höhere EEG-Umlage nicht so sehr ins Gewicht. In der Vergangenheit geschah dies allerdings nur in sehr geringem Maße. Daher sind stabile oder gar sinkende Stromkosten eher unwahrscheinlich.

Höhere Netzentgelte trieben Stromkosten zusätzlich

Hinzu kommt, dass zahlreiche Netzbetreiber zum Jahreswechsel die Netzentgelte erhöhen werden. Eine Analyse des Energie- und IT-Unternehmens Lichtblick zeigt, dass 20 von 25 Netzbetreibern die Gebühren für den Stromtransport zum 1. Januar 2017 erhöhen werden – im Schnitt um rund 10 Prozent. Lichtblick zufolge bedeutet dies für einen Durchschnittshaushalt – neben den steigenden Ausgaben für die höhere EEG-Umlage – noch einmal ein Plus von 23 Euro netto jährlich bei den Stromkosten. 

Wie hoch die Mehrkosten durch steigende Netzentgelte für private Haushalte in der Praxis ausfallen, ist allerdings stark abhängig von der jeweiligen Region. Stromkunden in Bayern, Nord- und Ostdeutschland sowie dem Rhein-Main-Gebiet sollten sich darauf einstellen, dass die monatlichen Abbuchungen vom Girokonto für Strom künftig höher ausfallen könnten. So erhöht beispielsweise die E.on-Tochter Bayernwerk ihre Netzentgelte um 29,4 Prozent, bei den Netzdiensten Rhein-Main sind es 24 Prozent. Nicht ganz so hoch dürften die Stromkosten für Hamburger ausfallen: Bei Stromnetz Hamburg steigen die Netzentgelte nur um acht Prozent. Der größte deutsche Netzbetreiber Tennet hatte jüngst sogar angekündigt, seine Netzentgelte um 80 Prozent erhöhen zu wollen

Quellen: Lichtblick, Stromauskunft

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