Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige gefordert

Zuletzt aktualisiert am 13.02.2019

Wenn Angehörige pflegebedürftig werden, ist das Heim für viele Betroffene nur die letzte Möglichkeit. Lieber soll die Pflege in der vertrauten Umgebung ermöglicht werden. Doch zeigt eine aktuelle Studie, dass die Unterstützung ehrenamtlicher Betreuer von Pflegebedürftigen nicht immer ausreicht.

Die Studie beschränkt sich auf das Bundesland Bayern. Eine Erweiterung von Angeboten, die pflegende Angehörige für ihre eigene Entlastung in Anspruch nehmen können, ist flächendeckend gewünscht.

Entlastung pflegender Angehöriger erforderlich

Pflegende Angehörige ersparen ihren pflegebedürftigen Verwandten das Pflegeheim. Darum müssen sie entsprechend unterstützt und gefördert werden. Dass die verfügbaren Angebote nicht immer ausreichen, zeigt eine aktuelle Studie der Prognos AG. Sie wurde im Auftrag des bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium durchgeführt, beleuchtet also die Situation in Bayern. In der Studie wurde beispielsweise das regionale Angebot im Bereich der Beratung für pflegende Angehörige hinterfragt. Dieses wurde größtenteils mit „voll ausreichend“ bis „ausreichend“ bewertet.

Jedoch gibt es Luft nach oben. So wünschte sich ein Großteil der Befragten mehr Möglichkeiten der stundenweisen Betreuung, beispielsweise durch ehrenamtliche Helfer im Pflegebereich. Das schafft eine Option für die pflegenden Angehörigen, zwischen den betreuenden Tätigkeiten aufzuatmen und selbst die Kraft zu tanken, die für die Aufgabe benötigt wird. Wie wichtig eine solche Verschnaufpause für die Angehörigen ist, zeigte erst kürzlich ein Pflegereport der Barmer- Krankenversicherung. In dieser beklagten viele Betroffene, die eine pflegebedürftige Person betreuen, dass sie nur mit deutlich mehr Unterstützung die Aufgabe weiter bewältigen könnten. Ein Großteil stand schon am Ende seiner Kräfte und zeigte sich kurz vor Beendigung der Aufgabe.

Einheitlich hohe Qualität als Ziel

Die SPD-Landtagsfraktion fordert nun, dass sich die Staatsregierung stärker einbringen muss. Eine einheitliche Regelung in ganz Bayern ist gewünscht. Aktuell unterscheiden sich die regionalen Angebote rund um die Pflegeberatung stark. Während einige pflegenden Angehörigen durchaus von guter Unterstützung profitieren, scheinen andere mehr oder weniger auf sich allein gestellt zu sein. Ein verbindliches „Qualitätssiegel Pflegeberatung“ für Bayern steht im Raum.

Gänzlich negativ für Bayern ist die Studie aber nicht ausgefallen. So weist Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (Bayern, CSU) darauf hin, dass sich durchaus ein hohes Qualitätsniveau zeige. Aktive Anregungen aus der Praxis und Positivbeispiele sollen nun dazu führen, dass sich dieses einheitlich und flächendeckend durchsetzen kann.

Spartipps und News:

Newsletter abonnieren & gratis PDF erhalten

Durch die Nutzung von FinanceScout24 stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.