Höhere Bußgelder für Temposünder gefordert

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.08.2016

Nach einer Untersuchung in München fordert die Unfallforschung der deutschen Versicherer (UDV) höhere Bußgelder für Temposünder. In München sind besonders viele Autofahrer zu schnell unterwegs und gefährden damit die Verkehrssicherheit. Doch auch in anderen Großstädten haben Messungen ähnliche Ergebnisse gezeigt.

Die Unfallforschung der deutschen Versicherer (UDV) hält es für sinnvoll, Temposünder mit höheren Bußgeldern zu bestrafen. Das hat eine Untersuchung des UDV ergeben. Die Forscher hatten ermittelt, dass in deutschen Millionenstädten zahlreiche Autofahrer zu schnell unterwegs sind und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

UDV fordert höhere Bußgelder für überhöhte Geschwindigkeit

Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, hält nach Informationen des „Manager Magazins“ eine Verdoppelung der Bußgelder für angemessen. Die Strafen lägen dann immer noch unter den Beträgen, die in vielen anderen europäischen Ländern von Temposündern verlangt werden. Die UDV spricht sich außerdem dafür aus, regelmäßigere Geschwindigkeitskontrollen einzurichten. Auch in der Politik sind zu hohe Geschwindigkeiten auf deutschen Straßen ein Thema: Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte auf der Innenministerkonferenz eine Strafe von bis zu 1.000 Euro für eine Geschwindigkeitsüberschreitung um 20 km/h vorgeschlagen. Solche Summen hält Unfallforscher Brockmann allerdings für unverhältnismäßig im Vergleich mit anderen Straftaten. Wer zu schnell fährt und einen Unfall verursacht, muss die Leistungen seiner Kfz-Versicherung in Anspruch nehmen und danach mit der Rückstufung in eine andere Schadenfreiheitsklasse rechnen.

München hat besonders viele Temposünder

Die UDV hat durch Messungen in der bayrischen Landeshauptstadt München ermittelt, dass dort besonders viele Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind. Auf Tempo-30-Strecken fährt fast jeder Zweite schneller als 35 km/h und die Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen wird von 96 Prozent der Fahrer missachtet. Die Messungen der Unfallforscher erfolgten zwar anonym, hätten den Fahrern aber andernfalls fast 1,9 Millionen Bußgelder und 2.119 Punkte in Flensburg eingebracht. In München sind damit deutlich mehr Temposünder unterwegs als zum Beispiel in Berlin und Köln, wo die UDV in den vergangenen Jahren ähnliche Messungen durchgeführt hat.

Außerdem auffällig: Freifahrende Fahrzeuge sind häufiger zu schnell unterwegs als Pulks. Brockmann erklärt deshalb: „Je mehr Fahrzeuge sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, umso schwerer haben es die Schnellfahrer. Diejenigen, die vorschriftsmäßig unterwegs sind, tragen so zu mehr Verkehrssicherheit bei und sollten sich auf keinen Fall durch Drängler zu schnellerem Fahren verleiten lassen.“

Quellen: Manager Magazin 

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