Höhere Gebühren bei der Post, dafür mehr Kundenrechte?

Zuletzt aktualisiert am 03.06.2019

Höhere Portogebühren kommen ab Juli auf die Verbraucher zu. So wird die Post unter anderem die Kosten für einen Standardbrief anheben. Gleichzeitig haben sich aber die Kundenbeschwerden 2018 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Bei der Menge der zugestellten Briefe ist die Beschwerdeanzahl zwar verhältnismäßig gering; dennoch prüft das Bundeswirtschaftsministerium nun, ob Sanktionen im Postbereich in Frage kommen. So könnte eine laufend hohe Qualität durch Postleistungen gewährleistet werden.

Porto für Standardbrief könnte ab Juli bis zu 90 Cent kosten

Im Juli wird es für Postkunden wieder einmal teurer: Nachdem zuletzt eine Erhöhung des Portos für den Standardbrief auf 70 Cent erfolgte, ist nun eine Anhebung von bis zu 90 Cent pro Brief denkbar. Wenn sich der Preis tatsächlich in diesem Spektrum bewegt, fällt die Erhöhung anderer Briefarten wahrscheinlich weg. Andere Gerüchte besagen, dass diverse Arten betroffen sind.

So soll der Standardbrief zwar „nur“ 80 Cent kosten, dafür werden auch Briefsendungen wie der Groß- oder Maxibrief um zehn Cent verteuert. Die genauen Preise werden in Kürze erwartet. Viele Kunden finden die erneute Portoerhöhung ungerechtfertigt. Denn: Nicht nur die Gebühren, auch Beschwerden über die Post nehmen zu. So gab es 2018 mit über 12.500 Fällen mehr als doppelt so viele Beschwerden wie im Vorjahr. Trotzdem geben deutsche Haushalte monatlich im Schnitt noch rund 2,34 Euro für Briefporto aus. Ein kleiner Teil der gesamten Haushaltsausgaben, doch ob das auch bei einer Erhöhung so bleiben wird?

Sanktionen bei Verstößen gegen postrechtliche Vorschriften

Die Post rechtfertigt die ansteigenden Gebühren mit immer weniger Briefversand und zunehmend digitaler Kommunikation. Dennoch sind pro Werktag noch immer rund 57 Millionen Briefe in Deutschland unterwegs. Gerade in Hinblick auf diese Zahl erscheinen die 12.500 Beschwerden aus dem gesamten Jahr 2018 als vergleichsweise gering.

Damit weiterhin eine hohe Qualität gewährleistet werden kann, denkt das Bundeswirtschaftsministerium trotzdem über mögliche Regelungen nach, welche die Kundenbeschwerden reduzieren könnten. Der aktuelle Postrechtrahmen soll im Zuge dessen umfangreich überarbeitet werden – auch in Hinblick auf mögliche Sanktionen, wenn postrechtliche Vorschriften nicht eingehalten werden. Momentan gibt es noch keinerlei Sanktionsmöglichkeiten in diesem Bereich.

Quelle: spiegel.de

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