Höhere Mindestlöhne von DGB und Linken gefordert

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.05.2018

Der aktuelle Mindestlohn reicht nicht aus, um ein Leben im Alter über der Grundsicherung führen zu können. Das belegen Berechnungen der Bundesregierung selbst. Demzufolge wäre ein höherer Mindestlohn notwendig, damit Betroffene im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhalten. Dementsprechend fordern die Linke und der DGB jetzt eine deutliche Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns.

Wer bisher auf Basis der minimalen Vergütung sein Gehalt erhält, dem stehen 8,84 Euro zu. Aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Linksfraktion geht hervor, dass dieser Lohn für eine angemessene Rente nicht ausreicht. Demnach müssten Arbeitnehmer mindestens 12,63 Euro verdienen, um später oberhalb der Grundsicherung leben zu können. Das würde eine Anhebung des Mindestlohns von mehr als 40 Prozent erfordern.

„Der Mindestlohn macht Menschen zu Sozialfällen“

In ihrer Anfrage an das Arbeitsministerium hatte die stellvertretende Fraktionschefin der Linken, Susanne Ferschl, gefragt, wie viele Rentenpunkt insgesamt notwendig seien, damit die spätere Nettorente oberhalb der Grundsicherung liegt. Zudem wollte sie wissen, wie hoch der heutige Bruttostundenlohn ausfallen müsse, um nach den vollen 45 Beitragsjahren in Vollzeitarbeit diese Rentenpunkte zu erreichen.

„Um dies bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden über 45 Jahre versicherungspflichtiger Beschäftigung hinweg zu erreichen, wäre aktuell rechnerisch ein Stundenlohn von 12,63 Euro erforderlich", so die Antwort des Bundesarbeitsministeriums. Allerdings vernachlässige die Betrachtung dabei die zusätzliche, private oder betriebliche Altersvorsorge. Susanne Ferschl fühlt sich dennoch bestätigt: „Der gesetzliche Mindestlohn ist ein Armutslohn und macht Menschen zu Sozialfällen.“

Anpassung dringend gefordert

Für die Arbeitsmarktexpertin der Linken ist die Schlussfolgerung aus den Zahlen des Bundesarbeitsministeriums daher eindeutig: „Wir haben es heute schwarz auf weiß, dass die Höhe des Mindestlohns schon bei Einführung zu niedrig war.“ Deshalb fordert sie eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert auf Basis der Zahlen eine Anhebung und möchte das spätestens im Juli, wenn die von der Regierung eingeführte Mindestlohnkommission tagt, vorantreiben: „Wir sehen das als ersten Schritt, um zu einem existenzsichernden Mindestlohn zu kommen“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der „Saarbrücker Zeitung".

Quelle: rp-online

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