Höhere Netzentgelte: Strom wird 2017 teurer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.09.2016

Viele Verbraucher müssen sich für 2017 auf höhere Strompreise einstellen: Zwei große Energieversorger wollen die Netzentgelte im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Zu erwarten sind durchschnittliche Mehrkosten von bis zu 30 Euro pro Jahr für einen Drei-Personen-Haushalt. Die Preiserhöhung trifft Stromkunden im Bereich der Netzbetreiber Tennet und 50Hertz.

Der Energieversorger Tennet will seine Netzentgelte zum Jahreswechsel 2016/2017 um 80 Prozent erhöhen, wie das "Handelsblatt" berichtet. Im Bereich des Netzbetreibers 50Hertz sollen laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Netzentgelte ab 2017 um rund 45 Prozent höher ausfallen. Für viele Stromkunden bedeutet das ab dem kommenden Jahr deutlich erhöhte Strompreise

Netzausbau stockt – Netzentgelte steigen

Mit Tennet und 50Hertz heben zwei der insgesamt vier Netzbetreiber in Deutschland die Netzentgelte ab 2017  kräftig an. Als Grund nannte Urban Keussen, Deutschland-Chef von Tennet, dem "Handelsblatt" den stockenden Netzausbau. Dieser komme nicht so schnell voran wie der Ausbau der Erneuerbaren Energien aus Wind- und Wasserkraft.

Dies sorgt nach Tennet-Angaben für erhebliche Kosten für das Unternehmen, unter anderem für netzstabilisierende Maßnahmen. Tennet sei davon besonders betroffen, da das Gebiet des Energieversorgers in Deutschland einmal zentral von Norden nach Süden laufe, sagte eine Unternehmenssprecherin der "Süddeutschen Zeitung". Im Norden wird der Strom produziert und muss dann in den Süden  transportiert werden – ein Problem, wenn es Engpässe am Netz gibt. Bis 2022 sollen die neuen Energietrassen eigentlich fertig ausgebaut sein, doch politische Diskussionen und auch Proteste von Anwohnern verzögern den Prozess.

Energieversorger bitten Stromkunden zur Kasse

Entsprechend wird es auch für die Endverbraucher teurer. Laut dem "Handelsblatt" muss sich im Netzbereich von Tennet ein Drei-Personen-Haushalt auf Mehrkosten für Strom in Höhe von etwa 30 Euro pro Jahr einstellen. Mit etwa 15 Euro mehr muss laut der dpa künftig ein entsprechender Haushalt im Versorgungsbereich von 50Hertz rechnen.

Von den Preiserhöhungen ist ein Großteil der deutschen Verbraucher betroffen: Die niederländische Tennet Holding betreibt Stromnetze unter anderem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern, 50Hertz ist Energieversorger in Hamburg sowie in Berlin und den weiteren östlichen Bundesländern. Im Westen und Südwesten Deutschlands sind die Netzbetreiber Amprion beziehungsweise TransnetBW zuständig, die aktuell noch keine Pläne zur Erhöhung der Netzentgelte geäußert haben.

Quellen: Süddeutsche Zeitung

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