Hohe Immobilienpreise belasten Deutsche nur wenig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.09.2016

Im internationalen Vergleich sind die hohen Immobilienpreise nur für wenige Bundesbürger ein Problem. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, fällt es in Süd- und Osteuropa deutlich mehr Menschen schwer, die Miete oder die Raten für ihre Baufinanzierung zu bezahlen. Allerdings werden die Wohnkosten innerhalb Deutschlands regional sehr unterschiedlich wahrgenommen.

Nur wenige Deutsche sorgen sich offenbar um die steigenden Immobilienpreise. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Direktbank ING-DiBa zeigt, fühlen sich die Bundesbürger von steigenden Wohnkosten deutlich weniger belastet, als es in anderen Ländern der Fall ist.

Hohe Immobilienpreise bereiten Bundesbürgern keine Probleme

In der Umfrage wird deutlich, dass nur wenige Mieter und potenzielle Hauskäufer in Deutschland mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. 17 Prozent der Mieter gaben an, die Zahlung ihrer monatlichen Miete sei für sie schwierig oder sehr schwierig. Die Raten der Baufinanzierung bereiten sogar nur 12 Prozent Probleme. Damit liegt Deutschland deutlich unter dem europäischen Durchschnitt mit 26 Prozent der Mieter und 24 Prozent der Hausbesitzer. In anderen Ländern werden die steigenden Immobilienpreise aber zur Belastung für die Bevölkerung. Das zeigt sich vor allem in Süd- und Osteuropa: In Spanien wird es bei 35 Prozent der Mieter regelmäßig knapp, in Italien bei 38 Prozent und in der Türkei bei 42 Prozent. In Rumänien haben 40 Prozent der Hausbesitzer Probleme mit den Ratenzahlungen, in Polen und der Türkei jeweils 41 Prozent.

Eine Veränderung der Wohnsituation wird in Deutschland nur von 37 Prozent aufgrund der Immobilienpreise als unmöglich wahrgenommen. In Rumänien erklärten dagegen 73 Prozent, dass sie sich einen Umzug aufgrund der hohen Hauspreise nicht leisten können. Im europäischen Durchschnitt sieht sich jeder Zweite nicht in der Lage, den gewünschten Umzug zu finanzieren.

Regionale Unterschiede bei den Wohnkosten

In Deutschland ist die Bewertung der Wohnkosten stark von der jeweiligen Region abhängig. Die Befragten sollten auch angeben, wie sie die Wohnungspreise in ihrer eigenen Wohngegend einschätzen. Dabei wird deutlich: In Berlin bewerten 60 Prozent die Wohnungspreise als teuer, 18 Prozent sogar als sehr teuer. Bremen bildet dagegen das Schlusslicht – dort sind nur 19 Prozent der Befragten der Ansicht, teuer zu wohnen. In Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein werden die Wohnkosten ebenfalls als hoch wahrgenommen, besonders niedrige Werte finden sich dagegen in Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland sowie in Sachsen und Thüringen.

Quelle: ING-DiBa

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