Hohe PKV-Beiträge: Bürgerversicherung gefordert

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.06.2016

Steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherung werden zunehmend zu einem Problem. Immer mehr Versicherte können die Beiträge nicht mehr zahlen und sehen sich gezwungen in einen günstigeren Tarif wie den Basistarif zu wechseln. Mit einer sogenannten "Bürgerversicherung" wollen Grüne und SPD nun Abhilfe schaffen.

Immer mehr Menschen können sich die regulären Beiträge der privaten Krankenversicherung (PKV) nicht mehr leisten. SPD und Grüne fordern nun eine Bürgerversicherung, die für alle Bundesbürger gilt, um diesem Problem zu begegnen.

Bürgerversicherung als Alternative zur PKV?

Auf lange Sicht halten die beiden Parteien eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung zugunsten einer Bürgerversicherung für sinnvoll. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hat gezeigt, dass vor allem Senioren oft Schwierigkeiten bekommen,  die im Alter relativ hohen PKV-Beiträge zu zahlen. Aus diesem Grund wechseln sie häufig in den Basistarif oder Standardtarif ihres Versicherers. In diesen Tarifen sind die Leistungen auf das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) begrenzt und damit im Vergleich zur regulären PKV  erheblich eingeschränkt.

Die beiden Sozialtarife wurden unter anderem eingerichtet, um älteren Menschen mit steigenden Beiträgen eine günstigere Versorgung in der PKV zu ermöglichen. Gerade in den Basistarif, der seit 2009 angeboten wird, wechseln aber auch viele jüngere Menschen. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Versicherten in diesen Tarifen um ein knappes Viertel gestiegen. Das berichtet die „Frankfurter Rundschau“, der die Antwort auf die Anfrage der Grünen vorliegt. Außerdem muss eine steigende Anzahl von Versicherten wegen massiver Geldprobleme sogar in den Notlagentarif wechseln, der lediglich eine Akutbehandlung übernimmt.

PKV-Verband: Standard- und Basistarif als umfassende Versorgung

Stefan Reker, der Sprecher des PKV-Verbandes, erklärte laut „Handelsblatt“, dass nur rund 0,8 Prozent der Privatversicherten im Standard- oder Basistarif versichert seien. Die beiden Tarife böten eine umfassende Versorgung auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung  für alle, die ihren Beitrag verringern wollten oder müssten. Angesichts des geringen Prozentsatzes hält er die Reaktion der Grünen auf diese Zahlen für übertrieben. Er lehnte es ab, „auch die restlichen 99,2 Prozent der Privatversicherten zwangsweise in die gleiche Versorgung umzusiedeln“, also in die geforderte Bürgerversicherung.

Quellen: Frankfurter Rundschau, Handelsblatt

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