Hohe Renditen bei Lebensversicherungen möglich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.03.2016

Den Lebensversicherern setzt die anhaltende Niedrigzinsphase immer stärker zu. Dennoch gelingt es einigen Anbietern, ihren Versicherten bei Ablauf beachtliche Renditen auszuzahlen. Doch es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Entscheidend für die Verzinsung ist vor allem die von den Assekuranzen verfolgte Anlagestrategie.

Die Renditen von Kapitallebensversicherungen fallen höher aus als vielfach angenommen. Dies zeigt der aktuelle Map-Report, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Obwohl die Lebensversicherung von Skeptikern bereits totgesagt oder zumindest zum Auslaufmodell erklärt wurde, können Versicherte teilweise von einer durchaus beachtlichen Verzinsung profitieren.

Verzinsung deutlich oberhalb der Inflation

Selbst vergleichsweise kurz laufende Policen erzielten 2015 teilweise Renditen, die weit über der Inflationsrate lagen, so die „FAZ“. Dabei waren die Lebensversicherer in jüngster Vergangenheit angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus zunehmend unter Druck geraten. Versicherte, die 2003 eine Kapitallebensversicherung mit 12-jähriger Laufzeit abgeschlossen haben, in die sie monatlich 1.000 Euro einzahlten, erhielten im Schnitt Beitragsrenditen von 2,8 Prozent.

Besonders erfolgreiche Anbieter konnten über diesen Zeitraum sogar eine Verzinsung von mehr als 3,8 Prozent erwirtschaften. Bei 30-jähriger Laufzeit waren bei gleicher monatlicher Einzahlung sogar Renditen von durchschnittlich 4,6 Prozent möglich. In Zahlen: Die Einzahlungen in Höhe von 36.000 waren zur Fälligkeit im Jahr 2015 auf einen Betrag von 77.375 Euro angewachsen. Der Spitzenreiter im Map-Report Ranking für 30-jährige Kapitallebensversicherungen, die Debeka, erreichte sogar eine Verzinsung von 5,5 Prozent.

Unterschiedliche Renditen vor allem der Anlagestrategie geschuldet

Der Map-Report macht allerdings auch deutlich, dass es hinsichtlich der erwirtschafteten Renditen erhebliche Unterschiede zwischen den Lebensversicherern gibt. Dies liegt zum einen in deren Kostenstruktur begründet. Entscheidender für die Verzinsung dürfte allerdings die verfolgte Anlagestrategie sein.

So setzt Spitzenreiter Debeka bekanntermaßen bevorzugt auf Anleihen mit sehr langer Laufzeit. Diese boten in den letzten Jahren eine vergleichsweise gute Verzinsung und stiegen mit abnehmendem Zinsniveau zudem im Kurs. Die Rechnung von Lebensversicherern, die auf eine baldige Zinswende spekulierten und Kundengelder kurzfristiger anlegten, ging hingegen nicht auf. Statt die Beitragseinnahmen nach Ende der Laufzeit zu besseren Konditionen anlegen zu können, mussten die Assekuranzen notgedrungen zu Anleihen mit noch niedrigerer Verzinsung greifen.

Durchschnittswerte der Studie nicht repräsentativ

Der renommierte Map-Report analysiert jährlich den Lebensversicherungsmarkt aus Perspektive der Kunden. Er wird vom Branchenmagazin „VersicherungsJournal“ veröffentlicht. Lebensversicherer melden dem Branchendienst, welche Ablaufleistungen ein Modellversicherter im jeweiligen Jahr bei ihren Policen erhalten hätte. Allerdings scheuen offenbar viele Anbieter, darunter auch große Versicherungskonzerne, diese Transparenz und haben nicht teilgenommen. Es ist also anzunehmen, dass vor allem leistungsstarke Anbieter ihre Daten bereitstellen. Vor diesem Hintergrund sollten vor allem die errechneten Durchschnittsrenditen kritisch gesehen werden.

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