Hohe Steuerlast in Deutschland: Gerade Mittelschicht hat es schwer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.04.2019

Im internationalen Ranking liegt Deutschland auf Platz 2, wenn es um die Höhe der Steuerlast geht. Nur das Nachbarland Belgien kann diesen Wert noch toppen: Hier muss sogar über die Hälfte des Bruttoeinkommens an den Staat abgetreten werden.

Das liegt weit über dem Durchschnittswert, der durch eine OECD-Studie im internationalen Steuervergleich ermittelt wurde. Gerade die Mittelschicht ist von der hohen Belastung betroffen: So steigen die Gehälter nur mäßig, die Wohnkosten aber deutlich.

49,5 Prozent Steuern und Sozialabgaben in Deutschland

Diese Auszeichnung wünscht sich niemand: Laut einer aktuellen Studie liegt Deutschland in puncto Steuerlast und Zahlung von Sozialbeiträgen auf dem zweiten Platz. Durchschnittlich 49,5 Prozent muss ein Arbeitnehmer hierzulande vom Einkommen abtreten. Im Umkehrschluss heißt das, dass beim deutschen Durchschnittsberufstätigen nur knapp über die Hälfte des Bruttoverdienstes auf dem Konto landet. Nur Belgien zeigt noch höhere Werte. Hier liegen die Abgaben mit 52,7 Prozent sogar über der Hälfte des Bruttoeinkommens.

Die Studie wurde durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt. Sie zeigt: Wer alleinstehend ist, muss besonders tief in die Tasche greifen. Familien bleibt in der Regel etwas mehr Geld übrig: Ein Ehepaar mit zwei Kindern muss im Schnitt 34,4 Prozent des Bruttoeinkommens in Form von Steuern abgeben, wenn es sich um das Modell „Berufstätig – Hausfrau/Hausmann“ handelt.

Steuerbelastung trifft vor allem Mittelschicht

Im internationalen Vergleich steht Deutschland nach wie vor schlecht da. Der Durchschnittswert der zu zahlenden Steuer, welche die OECD-Studie ermittelte, liegt bei 36,2 Prozent. An der Rangfolge der Länder in der Liste hat sich wenig geändert – ebenso an der Höhe der Abgaben. Trotz des Rückgangs der Steuern durch niedrigere Sozialbeiträge im Jahr 2018 konnte die deutsche Steuerlast nur um 0,1 Prozentpunkte gegenüber 2017 gesenkt werden. Ob das durch die geplante Steuersenkung 2019 anders wird, ist fraglich.

Die hohe Steuerlast trifft besonders die Mittelschicht: Diese hat es durch stark steigende Wohnkosten und im Vergleich dazu mit 0,3 Prozent nur mäßig ansteigende Gehälter besonders schwer, einen hohen Lebensstandard in Deutschland umzusetzen. Die Steuerlast wirkt sich daher gefühlt drastischer auf diese Personengruppe aus als auf Steuerzahler mit höheren Gehältern.

Quellen: welt.de, handelsblatt.com

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