Homeoffice: Unfallversicherung greift nicht immer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.07.2016

Im Berufsleben stellt das Homeoffice eine Möglichkeit dar, die viele Arbeitnehmer gelegentlich gerne in Anspruch nehmen. Wie genau Angestellte jedoch in dieser Zeit gegen Unfälle versichert sind, war bisher nicht eindeutig geregelt. Ein Urteil macht nun deutlich: Der gesetzliche Versicherungsschutz ist weniger allumfassend, als möglicherweise gedacht.

Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, sind währenddessen nicht überall und zu jeder Zeit automatisch gegen Unfälle versichert. Das hat das Bundessozialgericht jüngst in einem Urteil (AZ: B 2 U 5/15 R) festgelegt.

Homeoffice: Unfallschutz reicht weniger weit als im Betrieb

Wie die Richter in dem Urteil deutlich machten, ist reicht der Schutz für Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, weniger weit als für diejenigen, die im Betrieb ihrer Arbeit nachgehen. Im betreffenden Fall war eine Angestellte in Rheinland-Pfalz im Homeoffice auf dem Weg von ihrem Arbeitsplatz in die Küche gewesen, um sich etwas zu trinken zu holen. Auf der Treppe war sie gestürzt und hatte sich den Fuß gebrochen. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz hatte ihren Antrag auf Anerkennung eines Arbeitsunfalles abgelehnt, das Bundessozialgericht bestätigte dies nun. In der Urteilsbegründung hieß es, in dem Sturz sei kein sachlicher Zusammenhang zur beruflichen Tätigkeit zu sehen. Um in derartigen Fällen abgesichert zu sein, ist also eine private Unfallversicherung erforderlich.

Während also der Weg eines Arbeitnehmers im Homeoffice in die Küche keinen Betriebsweg darstelle, betonte das Gericht im Urteil zusätzlich, dass der Weg vom Betrieb in die Kantine in der Tat durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert sei.

Gesetzliche Unfallversicherung gilt für Arbeitnehmer auf Betriebsfeiern

Bei beruflichen Veranstaltungen wie Betriebsfeiern dagegen greift grundsätzlich die gesetzliche Unfallversicherung. Voraussetzung ist hier lediglich, dass die Betriebsleitung mit der Veranstaltung einverstanden ist und sämtliche Mitarbeiter der Abteilung eingeladen waren – so lautet ein anderes aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts (Az: B 2 U 19/14 R). Dagegen ist es nicht, wie bisher geurteilt, erforderlich, dass ein Chef bei der Veranstaltung anwesend ist.

Im konkreten Fall hatte sich eine Arbeitnehmerin auf einer Wanderung in Verbindung mit einer betrieblichen Weihnachtsfeier am Arm verletzt. Zunächst hatte das Sozialgericht Kassel darin einen Arbeitsunfall gesehen. Nachdem das Hessische Landessozialgericht das Urteil wieder aufgehoben hatte, gab das Bundessozialgericht dem Sozialgericht Kassel nun recht und erkannte den Vorfall als Arbeitsunfall an.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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