Ifo-Studie: Das richtige Studium kann sich lohnen

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2017

Eines steht fest: Einen Abschluss zu haben lohnt sich - unabhängig davon, ob er an einer Hochschule oder mit dem Ende einer Ausbildung erworben wurde. Nach Abzug aller Kosten ermittelte das Ifo-Institut im Auftrag der Union Investment Fondsgesellschaft ein durchschnittliches Plus von 22 bis 64 Prozent im Lebenseinkommen von Erwerbstätigen mit Berufsausbildung oder Uni-Abschluss. Bei Letzteren sind die Unterschiede je nach Studiengang allerdings immens und liegen teilweise unter den Verdienstmöglichkeiten in einem Ausbildungsberuf.

In Anbetracht der von der Union Investment Fondsgesellschaft beauftragten Ifo-Studie zeigt sich deutlich, wie wertvoll Abschlüsse jeder Art sind. Im Vergleich zu ungelernten Arbeitskräften verdienen Erwerbstätige über alle Erwerbsjahre mit einem Ausbildungs- oder Universitätsabschluss zwischen 22 und 64 Prozent mehr. Hier sind die Ausbildungskosten sogar schon abgezogen.

Überraschender ist da ein anderes Ergebnis der gleichen Studie: Akademiker verdienen nicht automatisch mehr als Menschen mit einer abgeschlossenen Lehre.

Meister und Techniker können mehr verdienen als Geisteswissenschaftler

In der Zusammenfassung aller Abschlüsse, ohne Rücksicht auf verschiedene Studiengänge, ergibt sich ein den Erwartungen entsprechendes Bild: Mit einer abgeschlossenen Lehre werden durchschnittlich 143.000 Euro mehr im Laufe eines Lebens erwirtschaftet als ohne Berufsausbildung. Bei einem Meister oder Techniker sind es noch einmal 129.000 Euro mehr.

Absolventen einer Fachhochschule verdienen 267.000 Euro mehr als ungelernte Kräfte und Universitätsabsolventen ganze 387.000 Euro.

Allerdings trügt der Schein hier schnell, denn die Spanne zwischen den Verdienstmöglichkeiten verschiedener Fachrichtungen ist immens. Ein Mann mit Medizinstudium verdient zwar im Gesamteinkommen 983.000 Euro mehr als ein Arbeitnehmer mit abgeschlossener Lehre.

In vielen Geisteswissenschaften sieht das aber ganz anders aus. Kunstwissenschaftler verdienen beispielsweise gerade einmal 73.775 Euro mehr als ein Erwerbstätiger mit Lehre, während die Differenz bei Meistern und Technikern mit 130.000 Euro fast doppelt so groß ist.

Zusätzlich wird das Gesamteinkommen über die Erwerbstätigenjahre bei Akademikern auch über den späteren Berufseinstieg sowie Finanzierungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Bildungskredite gedrückt.

Studie bestätigt Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen

Die vieldiskutierte Gender Pay Gap lässt sich ebenfalls in der Studie wiederfinden. So verdienen weibliche Medizinerinnen im Laufe ihres Lebens rund 350.000 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. Lediglich in klassisch weiblichen Berufsbildern liegen Frauen im Verdienst vorn – so zum Beispiel in Lehrberufen, der Sozialarbeit oder Kunstwissenschaften.

Das niedrigere Lohnniveau für Frauen wird von den Autoren der Studie dabei vor allem auf den Dienstausfall durch die Kinderbetreuung und häufigere Teilzeitarbeit zurückgeführt.

Quellen: N-tv, Spiegel.de

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